Fazit: FSJ in der Krankenpflege – Lob

Ich weiß, das ist jetzt schon lange her, aber irgendwie habe ich diesen Beitrag aus den Augen verloren… Trotzdem ist es mir wichtig jetzt noch darüber zu schreiben, ich möchte es ja nicht bloß beim „Tadel“ Beitrag belassen. Dieser war wirklich lang und vielleicht fiel es deshalb schwer gleich etwas positives dazu zu schreiben …
Doch umso weiter ich mich von dieser doch sehr harten Zeit entferne, umso mehr positive Eigenschaften fallen mir an mir auf, die ich ohne das FSJ vielleicht erst sehr spät, oder gar niemals errungen hätte.

Ich werde einfach Querbeet beginnen…
Vor Allem zwischenmenschlich fallen mir viele Dinge auf. Daran, dass ich kein großer Menschenfan bin hat sich nicht vieles geändert, aber ich weiß auf jeden Fall, wie man mit besonders schwierigen Individuen umzugehen hat, damit man in schweren Situationen trotzdem die Überhand behalten kann… Versuch erst einmal einen dementen Menschen zu seinem Glück zu überreden. Das kann äußerst anstrengend sein… wenn Frau Musterfrau nicht Zähneputzen will oder Duschen, dann kann man sie ja auch nicht einfach zwingen, dann muss man irgendwie hinten rum mit größter Überzeugungsarbeit an das Problem heran gehen. Diese Überzeugungsarbeit braucht man auch bei „gesunden“ Menschen oft, die Art unbewusst zu kommunizieren, Körpersprache, Mimik, Gestik zu verwenden um sich selbst Nachdruck zu verleihen ist Gold wert. Diskussionen fallen leicht, man kann Kinder überzeugen, Kranke überreden und griesgrämige für sich gewinnen. Letzteres brauche ich auch regelmäßig in der Gastro.

Außerdem wird einem als Student ja schon recht oft vorgeworfen, noch nie etwas „Richtiges“ gearbeitet zu haben. Man weiß nach einem Jahr um 5:30 Uhr aufstehen, dann die erste Hälfte des Tages die Körperhygiene kranker Patienten zu übernehmen um anschließend alles erdenkliche zu tun, das zur Genesung beitragen könnte, sehr wohl was echte Arbeit ist.

Pflege ist kein Ponyhof, sondern ein Knochenjob.

Und das ist auch der Grund, warum mich so schnell nichts mehr schockt. Um es in Thriller Sprache zu sagen „Ich habe Dinge gesehen…“
In der Anatomie Vorlesung ein Stück Körperspender vor sich zu haben ist zwar nicht schön, aber von Ekel kann ich nicht sprechen, die Ekel Empfindung wurde auf eine ganz andere Ebene angehoben… ekelig sind faulende Körperteile an Patienten, oder Gerüche mancher Krankheiten… Noro Viren, oder ein künstlicher Darm Ausgang. Das ist tatsächlich ekelig. Aber eine Gesunde Leiche… das ist vielleicht keine Alltagssituation, aber ekelig ist das nicht. Und so ist der Geruch von Foralin für mich auf jeden Fall angenehmer, als die meisten Gerüche, die man riecht wenn man eine Patientenzimmer Tür am Morgen zum ersten Mal öffnet…

Wenn man es trotz solcher Situationen schafft, die Menschen nicht wie aussätzig zu behandeln, sondern wie Menschen, die selbst meist auch nicht freiwillig in dieser Situation sind, dann bekommt man eines der wertvollsten ungreifbaren Güter, Dankbarkeit.
Dankbarkeit, ist so leicht gesagt, aber ob man jemandem etwas Heruntergefallenes aufhebt, oder ob man einem Kranken das Leben wieder angenehm gestaltet sind schon zwei verschiedene Paar Schuhe. Oft habe ich die Worte „Sie sind ein Engel“ gehört und noch nie in meinem vorherigen Leben hat das jemand so ernst gemeint wie die Patienten, die ich betreuen durfte… das ist die wichtigste Entlohnung in diesem Job (Geld ist es definitiv nicht)

Doch bekommt man nicht nur Dankbarkeit, sondern man wird auch Dankbar, für jeden Tag, den man selbst gesund ist. Ich schätze das Leben viel mehr, und versuche viel öfter das Beste aus den Situationen zu machen, die ich mir so aufzwinge…

Außerdem habe ich den Sinn hinter meiner Zielstrebigkeit entdeckt, was es mir unmöglich macht sie jemals wieder aufzugeben. Ich möchte mich später nicht abarbeiten, unter dem Joch eines Chefs, zu einem Lohn, der es mir nicht erlaubt mit meiner Familie in den Urlaub zu fahren… Ich möchte mein eigener Chef sein und Leute einstellen, die ich mir aussuche, damit eine gute Zusammenarbeit (eher) gewährleistet sein kann. Dass ich es so weit bringe stelle ich eigentlich nicht in Frage, es ist nur eine Sache des Fleißes (zumindest momentan) und dass ich das Durchhalte vermögen habe, habe ich im FSJ bewiesen. Ich bin bestimmt 300 Tage im Jahr um 5:30 aufgestanden, bei jedem Wetter und habe einen Job gemacht, den für 2,50€/h kein Mensch macht, der halbwegs bei Sinnen ist… und auch wenn es hart war, ich habe es einfach durchgezogen… dieses „etwas Durchziehen können“ ist für mich auch in der Uni wichtig… einen Berg Lernarbeit nach dem anderen „einfach“ durchziehen ist das einzige was einem übrig bleibt…

Im Großen und Ganzen hat das FSJ einfach meinen Horizont erweitert und ich habe neue, höhere Hürden genommen und habe das Gefühl daran wieder etwas gewachsen zu sein. Ich sehe Probleme viel lockerer, („immerhin bin ich gesund“ oder “ nicht so schlimm wie im Krankenhaus zu arbeiten^^“) und habe viele Sachen gelernt, die man nur von Omas und Opas gelernt bekommt. Oft grenzenloser Optimismus, Glück am Kleinen, Geschichten aus dem Krieg, die mir zeigen wie gut wir es gerade haben und wie kurz die Welt mal wieder vor dem Untergang steht, das Beste aus allem zu machen und keine Angst vor dem Alter zu haben. Ich bin noch weit weg vom Alter… aber ich glaube trotzdem, dass ich davor keine Angst habe, ich habe viele Menschen gesehen, die nicht nur alt, sondern auch krank waren und die dennoch glücklicher schienen als jeder anderer Mensch.

Ich hoffe all das gelernte nie zu vergessen und immer diese kleinen Weisheiten eines jeden Patienten zu beherzigen und selbst einige neue zu finden.

Insgesamt hatte das FSJ mehr Vorteile als Nachteile und ich kann es Jedem empfehlen!
Zwar verdient man in einem Jahr beim Lidl an der Kasse mehr, aber schlauer, geschweige denn ein besserer Mensch wird man daraus nicht wirklich.

Ich hab das Bloggen vermisst,

lg Melli

 

 

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Grenzgänger

Es ist schwer zu beschreiben und irgendwie frage ich mich auch, warum ich immer so kamikaze mäßig vorgehe.
Es geht um Prüfungen… davon habe ich in meinem Studium ja mehr als genug und das ist ja auch nicht neu für mich… wenn man ehrlich ist, geht es damit ja in der Grundschule schon los. Ich kann mich auch erinnern, dass ich mich irgendwie schon immer reingesteigert hab, auch wenn das nicht immer Früchte getragen hat… Unter- und Mittelstufe im Gymnasium war nicht so meine Zeit, was Noten angeht 😉
Ab der Oberstufe hat der Fleiß dann auch Früchte getragen… Im Studium auch … aber irgendwie läuten in meinem Hinterkopf schon Alarmglocken, da kann ich ja froh drum sein, gut dass ich merke wenn es zu viel wird. Es ist nur leider ein bisschen wie bei einem Zug, der auf eine abgebrochene Brücke zurast und dessen Bremsen zufällig klemmen. Ich nehme an Fahrt auf und kann dann nicht mehr locker lassen und jedes mal steht es bei mir wirklich kurz vor knapp, im letzten Moment bremst der Zug dann doch, aber das Fahrerhäuschen hängt schon Kopf über im Canyon. Danach muss erstmal ein Bergungsteam anrücken, dafür, dass der selbe Zugführer einen Monat später schon wieder die Bremse nicht im Griff hat. Ich bin im 2. Semester… Ich muss es irgendwie hinbekommen meine Ressourcen anders zu nutzen … es kommen noch 9 Semester und ich glaube nicht, dass die Herausforderungen irgendwie kleiner werden.
So sehr ich froh bin, dass mein Ehrgeiz mich immer wieder an die Grenzen schickt, so sehr bin ich auch besorgt, dass ich damit vielleicht nicht für immer weiter machen kann… wie kann ich meine Energie so schnell aufladen, wie ich sie verfeuere? Urlaub? Ja klar, aber ich kann im Jahr auch nicht 10 mal ins Ausland reisen … Außerdem wird das ganze auch nicht durch die eigenen Erwartungen erleichtert… wenn man an die Grenze geht, dann erwartet man doch auch von sich selbst, dass alles gut geht… vielleicht so gar sehr gut geht …
Dennoch, wenn ich die Ergebnisse bekomme und den Erwartungen entsprechend oder besser abgeschnitten habe, dann hält sich meine Freude in Grenzen … als hätte ich es selbst von mir erwartet und für selbstverständlich gehalten… Ich sollte mich viel mehr freuen … ich sollte mehr daran denken, dass ich sowas als Kind nie für möglich gehalten hätte. Ich denke da an eine Unterhaltung mit einer ehemaligen Freundin.

„Ich würde später ja gerne mal Medizin studieren oder so, aber den Schnitt schaff ich nie“
na da hab ich mir nur gedacht wenn sie das nicht schafft, schaffe ich es erst Recht nicht … „Ja, da denke ich mit meinen Noten erst recht nicht dran“

und jetzt steh ich jeden morgen auf und studiere Zahnmedizin …
Könnte eigentlich von Walt Disney verfilmt werden, ich hoffe nur, dass es ein Happy end geben wird.

Bis dahin wird der Zug wohl immer wieder mit seinen Cliffhangern für Spannung sorgen.

Liebe Grüße,

Melli

Service Melli

Es war mir eigentlich klar, dass ich irgendwann dort landen würde, im Service. Aber dass es gleich ein riesen Restaurant sein würde, habe ich mir nicht erdenken können. Eigentlich wollte ich in einem Café anfangen, vermutlich ist das als Anfänger einfacher ^^ Leider wurde mir in Tür und Angel dann immer erzählt, dass sie höchstens noch Mitarbeiter mit Erfahrung einstellen würden … Ich frage mich nur, wo man die herbekommt, wenn man sie nirgends sammeln darf …Naja irgendwann stolperte ich dann doch in ein Restaurant, wo ich am selben abend noch Probearbeiten durfte.
Was soll ich sagen, es hat mir Spaß gemacht und ich wurde prompt eingestellt 😉
Diesen Freitag und Samstag habe ich dann auch schon gearbeitet und alles lief trotz voller Hütte wie am Schnürchen. Vielleicht liegts in den Genen, meine Mama war auch immer so ne Gastropflanze. Jedenfalls bin ich jetzt froh nen coolen Job gefunden zu haben (v.a. mit Trinkgeld, das versüßt einem schon den Alltag)Das Team in dem ich arbeite ist auch super nett und da hilft man dann auch gerne, so wie einem die Anderen auch im eigenen Bereich helfen 😉
Lg. Melli

Aufgewärmt ins Semester gestartet ;)

Ach seit 10 Tagen etwa bin ich jetzt wieder im Lande, nach 4 Wochen Thailand selbstverständlich gut aufgetankt mit Sonne und Meer 😉
Es war natürlich mal wieder ein super Urlaub, der wieder tolle Erinnerungen hinterlassen wird, die mir dann Energie spenden für härtere Zeiten. Und so konnte ich jetzt auch super motiviert ins Semester starten 😉
Semester 2 der Zahnmedizin… da stehen vor Allem Naturwissenschaften auf dem Plan:

Bio, Chemie, Physik aber auch Anatomie.
In Chemie und Physik habe ich mich jetzt dazu entschieden, mit Nachhilfe zu beginnen, in der Schule war ich auf dem Gebiet jetzt nicht wirklich begnadet… und wie ich vom Lateinlernen aus der 5. Klasse weiß, ist nix schlimmer, als von anfang an Lücken aufkommen zu lassen.
Naja der Spaß ist leider recht teuer, aber ich hab ja ein wenig auf der hohen Kante, dafür spare ich mir aber die Vorlesungen und habe selber mehr Zeit arbeiten zu gehen 😉
Außerdem ist Nachhilfe nehmen für mich wie Freizeit… ich hab total Spaß am lernen wenn sich eben auch ein Erfolg einstellt und vor allem genieße ich es irgendwie tiefer in die ganze Wissenschaftsmaterie zu schauen als es in anderen Studiengängen möglich ist 😉
Naja ich hoffe ich komme die Tage mal wieder dazu ein paar Bilder hoch zu laden 😉

Bis Bald,

Melli

Jetzt gibt es doch mal ein kleines Zwischenupdate am Handy, auch wenn das jetzt eigentlich nicht so mein Medium ist 😉 gerade sitze ich im Bus nach ayutthaya (von sukohthai aus), zuvor waren wir in Chiang Mai und danach geht’s nach Bangkok 😉

Ich finde Thailand eigentlich echt gut beweisbar, ist zwar nicht ganz so abenteuerlich, aber dafür geht fast alles ohne Probleme über den Tisch. Aber eigentlich wollte ich nur kurz über den Tag mit den Elefanten berichten 😉 das war soo super cool, wir haben die Tiere gebadet und gefüttert,  eingeschlammt und spazieren geführt 😉 das schöne war , das die Tiere auch richtig glücklich waren, denn der Ausflug fand in einer elephant sanctuary statt,  die gequälte Tiere rettet und pflegt (deshalb wurde auch nicht auf den Elefanten geritten, denn der Rücken dieser ist nicht dafür ausgelegt und bereitet den Tieren deshalb Schmerzen)

Naja hier noch ein paar Fotos von den Elefanten, Thailand und mir 😉

Bis bald,

Melli

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Los gehts !

In wenigen Stunden verlasse ich wieder das Land für einen Monat Abenteuerlichkeit 😉
Irgendwie halte ich es in Deutschland nicht so lange aus… das liegt vermutlich nicht am Land (abgesehen vom Wetter), sondern eher am Alltag… das Flugzeug ist also mein Alltags-Fluchtfahrzeug … und heute wird nach Thailand geflohen, wo 35°C auf mich warten. Zwischen Tempeln, Wäldern, Elefanten Strand und reichlich Essen werde ich die Seele baumeln lassen 😉 Ich hoffe ich finde hin und wieder Zeit ein Foto hoch zu laden, auf jeden fall aber werde ich die Sonne für euch mit genießen und bestimmt auch genug für alle essen ! 😉

Eure Urlaubssüchtige Melli ;*

The day it rained blood

Ein neues Buch ist erschienen von einem meiner Lieblingsautoren, Anonymous. Der Name macht es recht schwer immer die neusten Bücher von ihm zu finden, aber schließlich habe ich herausgefunden, dass im November 17 „The day it rained blood“ erschienen ist… erstmal auf englisch, aber es liest sich sehr angenehm und auf die deutsche Version kann ich wirklich nicht warten ^^
Es ist mal wieder ein unglaublicher Pageturner, und obwohl ich den Autor vom Erzählstil her kenne überrascht er mich immer wieder… ich bin noch nicht ganz durch, aber ich kann es nur empfehlen…. wer die Teile zuvor noch nicht gelesen hat muss das nicht tun, aber es ist schöner mit Hintergrund Geschichte.
Wers spannend mag, Psychokiller und untote nicht scheut wird die Bücher wahrscheinlich fressen !
Reihenfolge der Bücher:

Das Buch ohne Namen
Das Buch ohne Staben
Das Buch ohne Gnade
Das Buch des Todes
Drei Killer für ein Halleluja
Psychokiller
The day it rained blood
(mal sehen was für einen dummen Titel sie sich diesmal auf Deutsch einfallen lassen ;P)
Und als add on gibts noch „Sanchez eine Weihnachtsgeschichte“

Schade, dass die 300-400 Seiten immer so schnell vorbei sind…
Liebe Grüße

Melli :*