China Tag 2: Von Palästen, Tempeln und Peking Ente

Ich kann mich noch genau erinnern, wie wir am Sommerpalast angelangten, das Wetter war schön und ohne den Smog wäre der Himmel sicherlich strahlend blau gewesen. Wir gingen einige Stufen hinauf und wandelten an einem Künstlichen Flusslauf entlang, an dessen Seiten sich viele Steinerne Behausungen reihten. Heute wohnte dort keiner mehr, statt dessen hatte man die Räume nun zu kleinen Souvenirläden umfunktioniert. Wir spazierten über einen steilen Hügel, der gespickt war mit kleineren Tempeln und schönen Mauern. Auf der anderen Seite kamen wir an den längsten Wandel weg Pekings, oh ja es wäre traumhaft gewesen dort alleine vor sich hin zu wandeln und einfach das Sein zu genießen ^^ Diese Art Gang mitten unter freiem Himmel war mit aufwendigen Malereien verziert und führte am Ufer eines Sees entlang. Wir spazierten zurück auf den Hügel, an einem anderen Aufstieg natürlich und gelangten zu den bekannten Toren und dem Haupttor. Wenn man darüber nachdenkt, dass es zu Zeiten der Errichtung des Tempels noch keine Bagger und Kräne gab, dann wirkt der Boden auf dem man steht und das Tor das sich über einem wölbt schier unmöglich. Ebenso unmöglich wie unwirklich war der Ausblick, den man von dort Oben über den ganzen Palast hatte. Anschließend machten wir uns gleich auf den Weg zum Lama Tempel. Da ich (mal wieder) Hunger hatte aßen wir vor dem Eingang eine Art chinesischen herzhaften Pfannkuchen. Ich war begeistert von der fremden Art der Zubereitung.
Zuerst sah es aus als würde die Dame einen crepe´machen, den sie mit Sesam bestreute und umdrehte, dann bestrich sie die neue obere Seite mit Ei und einer scharfen Paste, legte Frühlingszwiebel und Koriander in die Mitte und darauf noch irgendeinen großen knusprigen Keks (etwas wie Knäckebrot) , dann faltete sie den Pfannkuchen Außenrum und knickte das ganze einmal in der Mitte.

Bilder folgen

es schmeckte köstlich ! Und das obwohl ich wirklich keinen Koriander mag … es war schön heiß, scharf un hatte biss, wegen des Kekses und des frischen Gemüses… mhh
Wenn ich nur daran denke bekomme ich schon Hunger 😉

Im Tempel selbst erlebte ich wieder das wundervolle Gefühl ein Teil der Tempelatmosphäre zu werden. Es ist ganz anders als in unseren Kirchen. Unsere Kirchen vermitteln meiner Meinung nach eher ein drückendes Gefühl, höchstens wenn es hoch gelegene Fenster gibt kann die eigene Seele sich dahin ausbreiten. Ein Tempel ist wie ein Atelier für einen Künstler, er schafft Raum in deinem Kopf in dem man einen Blick auf seine Seele werfen kann und in kurzer Zeit wird einem so vieles Klar. Man fast Entschlüsse und überdenkt Entscheidungen und hat danach oft das Gefühl sich jetzt richtig entschieden zu haben.
Ich glaube an keinen Gott und auch an keine Religion, aber ich muss schon sagen, was ein Tempel mit einem macht kann man auch als ungläubige Person wahrnehmen. Es ist wie meditieren. Nur das Meditieren zuhause schwer fallen kann und im Tempel passiert es einfach. Mag es an den tausenden Räucherstäbchen oder den Klängen der Klangschalen liegen, aber so tief in sich hineinzuschauen und näher an das „Sich selbst Verstehen“ zu rücken ist unbezahlbar…

Ich lernte, dass man Räucherstäbchen nicht auspusten durfte, sondern nur ausschüttlen, das gestikulierte mir eine Frau im Tempel. Im hinteren Bereich der Tempelanlage stand der größte Buddah, der je aus einem einzigen Stück Holz gefertigt worden war. 30 Meter ragte er in die höhe.

Unsere Reise hatte noch kein Ende genommen an diesem Tag, wir furhen weiter zum Himmelstempel. Dieser Tempel hatte weniger Atmosphäre, denn es waren viele Menschen dort, in der mitte der Anlage stand ein großer tortenförmiger Tempel und etwas weiter befand sich eine art Altar, in dessen Mitte wenn man stand hätte man von jedem Punkt des runden Randes aus ein Flüstern hören können, doch es waren zu viele Leute da und man hörte sozusagen nichts ;P

Eigentlich wollten wir direkt Beijing Duck essen gehen, aber ich wollte noch zum Perlenmarkt wo ich fleißig um einen Kimono, eine Teetasse und Jasmintee verhandelte.

Dann, als sich mein Magen schon beschwerte vor Hunger machten wir uns auf den Weg in einen Hutong (altes viertel), wo wir ein ganz spezielles Restaurant suchten, in dem es angeblich die beste Ente der Stadt geben sollte. Wir fanden es recht schnell, vor der Tür standen die unterschiedlichsten Stühle auf schottrigem Boden und auf den Stühlen saßen wartende Gäste, die noch keinen Platz im Restaurant gefunden hatten. Man wurde auf eine Warteliste gesetzt und man kam erst in das Restaurant hinein, wenn es auch jemand verließ. Aber die wartenden Chinesen waren so freundlich und ließen uns Vorrang, sodass wir nicht all zu lange warten mussten

Fortsetzung folgt …

Lg. Melli

 

 

 

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Würzburg

Eine Stadt, die mein Herz im Sturm erobert hat.
Vor etwa 2 Wochen bin ich hier her gezogen und ich fühle mich hier so wohl, dass mir das Wort „Zuhause“ rausrutscht.
Wieso ? Weil ich mich hier so unglaublich gut auf meine Laune Konzentrieren kann.
Ich starte den Tag wenn ich von der Sonne geweckt werde, ich mache mich fertig, oder bleibe in Jogginghose, ich esse, was da ist, mache mir ein Ei oder zwei und gehe in den Sonnigen Park voller Kastanien und dem Geruch nach frischem Herbstlaub. Dort lese ich dann eine Stunde oder zwei und spaziere wieder zurück in mein kleines eigenes Reich, zu meinen super Mitbewohnern, die für und mit mir kochen, ein Glas Wein trinken, mit denen ich dann Tee trinke und horror Filme schaue bis ich ins Bett falle und wieder bis zum Morgengrauen schlafe. Jeder Tag ist wie ein kleiner Urlaub ^^
Ich weiß, das bleibt nicht für immer so, die Uni beginnt und ich muss wieder in die Lernerei reinkommen… aber bis dahin genieße ich es noch und auch wenn wir dann alle lernen, schreit es hier nach Vielen tollen Abenden ^^
Lg,
Melli
alias Pinki^^

Umgezogen

Ich sags euch … jetzt ging es aber ganz schön schnell, vor etwas mehr als einer Woche habe ich den Inhalt meines Zimmers in Kisten gepackt und am Freitag Abend bin ich dann mit tatkräftigen Unterstützern nach Würzburg umgezogen. Am Samstag nahm das Zimmer mehr und mehr Form an und am Sonntag habe ich dann letzte Kartons ausgeräumt…
Ich bin wirklich super zufrieden mit dem Zimmer, in einer Ecke befindet sich mein Schreibtisch mit viel Platz zum „Uni Zeug machen“, in der anderen Ecke steht mein Bett und ggü. ein Schrank und eine große Kommode, in der ungefähr alles platz hat ;).
Meine Lieblingsecke ist aber meine Sitzecke, ich hatte in meinem alten Zimmer keine und hab mir gedacht, wenn ich schon umziehe darf die Raumverteilung auch eine andere sein. Auf dem Dachboden habe ich einen großen Hölzernen Überseereisekoffer gefunden den ich zuhause noch liebevolle poliert habe mit Bienenwachs. Jetzt glänzt er in meinem Zimmer als zusätzlicher Stauraum und Tischchen der Sitzecke. Die Ecke erinnert wirklich an den Weltenbummler in mir, ich habe meinen Sarong aus Bali in die Ecke gehängt wie einen Wandteppich und an die andere Wand die freirubbel Weltkarte.
Das wird ne super Ecke für abenteuerliche Lesestunden, gedanklich in andere Länder reisen, in Fantasie versinken oder einfach etwas entspannen.

Ich wohne hier in einer WG mit einem Max und einer Karo und es kommt mir vor als würden wir eine super WG werden, wir verstehen uns super, gehen sehr offen miteinander um ( was bei den hellhörigen Wänden und den Glastüren auch nicht anders geht XD) . Max hat sich uns beide als Mitbewohnerinnen ausgesucht und stellt uns grade in seinem Freundeskreis vor und ich muss schon sagen, selten waren mir so viele Leute sympathisch.

Die Mädels in der Wohnung unter uns habe ich gestern Abend etwas besser kennengelernt und die eine meinte gleich, wenn mir einmal etwas auf dem Herzen läge, solle ich einfach runter kommen zum quatschen.
Wir kochen heute abend auch gemeinsam und gehen dann noch feiern.
Morgens bin ich hier fast alleine, denn meine beiden Mitbewohner sind eiserne Langschläfer. Das schadet auch nicht, dann ist mir morgens nämlich langweilig und ich habe Zeit zum Lesen … oder bloggen ^^
Ich freue mich auf die Zeit hier, das wird super!

 

Fazit: FSJ in der Krankenpflege – Tadel

Ich möchte von vorne anfangen.
FSJ steht für Freiwilliges soziales Jahr.
Gleich zu Beginn möchte ich mich an alle richten die für eine FSJlerin oder einen FSJler zuständig, oder selbst einer sind. Werdet euch der Bedeutung von „Freiwillig“ und „Sozial“ bitte bewusst! Ein/e Freiwillige/r ist freiwillig da und Ziel sollte es sein, dass Er / Sie auch immer gerne freiwillig zu einem neuen sozialen Arbeitstag erscheint, nicht die Freiwilligkeit auszunutzen und jede unangenehme Tätigkeit unter dem Deckmantel der Sozialität auf die Freiwillige Person abzuwälzen.
Sozial bedeutet für mich, dass man Tätigkeiten nachgeht, die der Gesellschaft zuträglich sind und zwar in dem Maße, das für einen selbst richtig erscheint. Sich selbst dafür aufzuarbeiten empfinde ich nicht als sozial, da man ja auch selbst Teil der Gesellschaft ist, die man damit stützen möchte.

So viel zur Begrifflichkeit, auf die meines Achtens viel mehr Wert gelegt werden sollte. Jede/r Mitarbeiter/in der/die mit der freiwilligen Person das Arbeitsumfeld teilt sollte und muss über den Umfang der Leistungen die erbracht werden sollen, aufgeklärt sein!

Woher ich diese Wünsche habe? Aus eigener Erfahrung!
Diese Zeilen klingen bis hierher eher negativ, deshalb möchte ich kurz einwerfen “ Schön war´s“, aber dennoch hat der Tadel erstmal kein Ende.
Ich bin zwar im ganzen Jahr nur mit einer Kollegin aneinander geraten, aber das augenscheinlich wegen einem Mangel an Aufklärung über das FSJ.
Ich hätte Stunden lang Unterlagen sortieren sollen und als ich mich dazu entschied nicht weiter zu machen (ich hatte schon einen Großteil der Arbeit geleistet) und einer Praktikantin daraufhin erklären sollte, wie sie „Meine Arbeit“ zu erledigen hatte, unterlief ihr ein Fehler und die Dame, deren Arbeit wir erledigt hatten explodierte förmlich, wie unkollegial ich doch sei und, dass ich meinen Aufgabenbereich überschätzen würde und hier nicht zum Lernen sondern zum Arbeiten sei, Ich hätte ja nicht mal Abi und hätte hier gar nichts zu melden.

Das ist falsch.

Es ist einfach grundsätzlich falsch.
Wie ihr wisst lasse ich sowas auch nicht auf mir sitzen, wie andere eingeschüchterte FSJler/innen vielleicht. Ich explodierte also meinerseits und erklärte ihr meine Funktion, zu der auch alle übrigen Mitarbeiter nur nickten.
1. Ich bin Freiwillig –> Daraus folgere ich eine gewisse Flexibilität in der Auswahl der Aufgaben, denn wenn sie meinen Interessen nicht entsprechen, möchte ich auch nicht länger freiwillig sein.
2. Natürlich kann ich nicht nur die angenehmen Sachen machen, aber angenehm und unangenehm sollten sich ungefähr in der Waage halten
3. Ich bin kein Sklave, der nichts zu melden hat.
Ich kann durchaus meine Arbeitssituation kritisieren und die Lage verändern.
4. Das FSJ dient auch zur Berufsorientierung!
Das bedeutet für mich, dass ich sowohl in der Pflege mithelfe, als auch mit den Ärzten mein Fachwissen aufbessere. Ich bin 19 Jahre alt, natürlich bin ich da zum Lernen, denn wer sich in so jungen Jahren schon ausgelernt hat, hat meiner Meinung nach das Interesse am Fortschritt verloren.
5. Inwiefern sollte denn bitte der Schulabschluss die Tätigkeiten eines FSJlers beeinflussen?
Für Freiwillige ist sowieso nichts erlaubt was eine gewisse Ausbildung erfordert, also ist es ja wohl auch egal, ob gutes Abi, schlechtes Abi, Mittlere Reife, Quali, oder gar kein Abschluss!
Des Weiteren finde ich es ein Unding sich so herablassend Leuten gegenüber zu äußern, die kein Abi haben, obwohl man a) selbst kein Abi hat und b) damit eine Falschaussage macht … da ich schon ein Abi habe… aber wahrscheinlich hat sie sich gewundert, das FSJ „sei nur was für Nichtabiturienten“

Wie ihr seht, mir ist förmlich die Hutschnur  gerissen, bei so viel Unverschämtheit in einem Atemzug. Natürlich habe ich so lange diskutiert bis sie sich „Entschuldigt hat“ aber ich denke sie wollte nur ihre Ruhe – Miststück.
Das mit dem Schulabschluss hat mich sehr oft geärgert. In der ersten Woche wurde ich gefragt “ Was hast du denn für einen Abschluss?“ „Abitur“ antwortete ich, darauf kam die Antwort “ Achso gut, dann kannst du dich um diese Aufgabe kümmern.“
So als ob ein Hauptschüler in der Pflege schlechtere Aufgaben bekommen würde.
Naja jetzt reicht es aber mal, ich meine, was ich hier kritisiere ist im Vergleich zu anderen FSJ Stellen schon meckern auf hohem Niveau, ich möchte es nur einfach angesprochen haben und vorallem zukünftigen FSJlerinnen/lern Mut zuzureden sich nicht ausnutzen zu lassen, denn oft endet man leider als billige Arbeitskraft …
Kleiner Tipp, man hat es leichter, wenn man sich von anfang an nicht ausnutzen lässt, wenn man erstmal im Schema drin ist, wird es schwer wieder heraus zu kommen.

Bestimmt werde ich nochmal über kleinere und größere Erfahrungen schreiben, aber so viel erstmal zum Tadel.

 

liebe Grüße,
Melli

Beruf oder Berufung?

Das ist hier die Frage!

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein bloßer Beruf ohne höheres Zuständigkeitsgefühl einen nicht wirklich erfüllt. Man arbeitet, tut und macht, aber kommt nicht zu dem Punkt an dem man aus erster Linie wegen des Spaßes arbeitet und nicht wegen des Geldes…
Ich glaube viele Junge Menschen studieren Zahnmedizin, weil sie einen Beruf darin sehen, der ein gutes Maß an Aufwand und dennoch im späteren Arbeitslaben viel Geld in die Kasse spült…
Natürlich finde ich es auch blauäugig einen Beruf zu erlernen, der als brotlose Kunst gilt, dieser sollte lieber im Stadium eines Hobbys verharren, aber nur nach dem Geld auszuwählen wird einen auch nicht erfüllen…
Natürlich stellt sich mir dann auch die Frage, warum ich es denn machen will, was könnte der Gefühlsmäßige Benefit sein, als Zahnärztin zu arbeiten ?
Sofort fällt mir eine Menge ein, die sich auch auf einen anderen Beruf beziehen könnte, den ich nun ein Jahr sehr genau unter die Lupe genommen habe, da ich ein FSJ in der Krankenpflege absolviert habe.
Dinge wie Schmerzen lindern, Lebensqualität wiederherstellen, ein Ansprechpartner sein, Verständnis schenken und Krankheit aus einer anderen Perspektive zu verstehen, stehen ganz vorne an der Liste. Was nun den Beruf der Pflegerin vom Zahnarzt unterscheidet liegt teils auf der Hand, aber nur teils.
Natürlich kümmert sich die Zahnärztin eher um Leiden im Kiefer, Mund, Gesichtsbereich, was natürlich ein sehr interessantes Gebiet ist. Aber ein viel größerer Vorteil ist natürlich, dass man als Zahnärztin selbst die Lage in den Griff bekommen kann, man weiß, wie man die Schmerzen stillt, oder wie man prophylaktisch gegen sie vorgeht…  Die Eigenständigkeit ist es, die mir sehr am Herzen liegt… Und warum erfüllte in normaler Arzt dieses Kriterium nicht ? Nicht stimmt nicht, er erfüllt es schon, aber noch lange nicht jede Ärztin, oder jeder Arzt, denn bei den Humanmedizinern sind die Hierarchien noch lange nicht so flach wie bei den Zahnis ^^
Eine eigene Praxis ist kein Wunschtraum sondern häufig Realität. Man ist sein eigener Herr und kann deshalb nach eigenen moralischen und sozialen Maßstäben sein Handwerk zum besten geben …

Handwerk, apropos Handwerk, ich darf ja nicht vergessen, dass ich schon immer gerne zeichne und bastle, kurzum mich künstlerisch betätige, das soll im Zahnmedizinstudium nicht zu kurz kommen, denn was ist mehr Kunstwerk als ein perfekt natürlicher Zahn, der Teil eines bezaubernden Lächelns ist ?

Liebe Grüße,
Melli

 

 

 

 

China Tag 1: Jetlag bekämpfen

Am ersten Tag unternehmen wir immer viel, wenn wir reisen, man muss sich ja irgendwie selbst überlisten, man ist müde und geschafft und hat keine Lust mehr, da muss man eben was spannendes unternehmen, statt sich zu langweilen und zu früh einzuschlafen… Wir gingen also in einen riesigen Park in Peking, den Beihai Park. Man muss ein kleines Eintrittsgeld bezahlen, aber das ist hier überall so. Im Park haben wir uns an einen Aussichtspunkt gesetzt und ich habe etwas geschrieben – in mein Reisetagebuch:
„ Der Eingang ist gerahmt von blühenden Kirschbäumen und weit fallenden Trauerweidenarmen. Ein Tempel reiht sich an den nächsten, alle in strahlenden Farben bemalt. Meist in Grün, Blau, Gold, Rot und Gelb, was die naturgegebenen Farben stimmig ergänzt. Geschwungene Dächer runden die Gebäude stimmig ab. Wandelwege führen um den Park in dessen Mitte ein künstlicher See liegt, auf dem viele Schiffchen schwimmen.“
Man sagt übrigens, dass die Männer eines Kaisers diesen See ausgehoben haben und die Erde zu einem Hügel formten, der jetzt ein markanter Aussichtspunkt ist. Danach gingen wir noch – ratet mal- essen … nur kleine Snacks, aber die waren auch ganz schön interessant. Einen lila Blätterteig- Reismehl- Ball, eine Quark Speise, kein, wie in einem runden Töpfchen aus Teig und einen saftigen Dumpling (Mit wahrscheinlich Spinat und Huhn drin) zum mitnehmen. Unser abendliches Getränk war ein kalter grüner Tee aus einer interessanten Flasche. Als der Abend da war fielen wir müde in unser Bett aus Stein.

 

Lg Melli

Hamburg und die Reeperbahn

So es geht wieder heim. Mit der Chaos-Deutschen Bahn bis nach München habe ich wieder 6 Stunden Zeit und sitze hier auf einem der einzigen 2 unreservierten Sitzplätze des Wagons … Diese blöde Reserviererei… an jedem Platz steht etwas angeschrieben, und die leeren Felder werden mit „ggf. reserviert“ beschriftet … ?! ggf? Wissen die also selber nicht so genau, ob da noch n Wichtigtuer kommt oder nicht ???… Das Internet geht natürlich nicht …

Die Klimaanlage ist auf „froze“ eingestellt und ich verwandle mich langsam aber sicher zu Eis. Ach ich liebe Bahnfahren . . .  Immerhin scheinen meine Sitznachbarn (Ja ich sitze schon wieder am 4er Tisch) normale Menschen zu sein – nur „Gesundheit“ sagen sie nicht. Aber nun zu was Schönerem.
Es war wirklich schön in Hamburg, wir sind mit einem Kanu über die Alster gepaddelt und haben den Abend in der Schanze und auf der Reeperbahn verbracht. Das reißt mich jedes Mal wieder richtig mit. Als Kind dachte ich immer, die Reeperbahn müsste wohl der schlimmste Ort Deutschlands sein, die ganzen Drogenabhängigen, Betrunkenen, der Schmutz, die Prostituierten und Freier. Doch Nachts ist es so viel mehr. So viele gut gelaunte Leute, so viel Miteinander, viel Kult und viele „Legenden“. Das Leben pulsiert hier, jeder hat so seine Sorgen, die er versucht für eine Nacht fortzudrängen und irgendwie geschieht es, dass man auf eigenartige Weise dadurch eine Kiezgemeinschaft wird. Man kann von Club zu Bar zu Bar ziehen und das verruchte im Menschen kennenlernen. Sex Drugs & Rock´n Roll triffts ganz gut. Überall blinken kultige Schaufenster Reklamen mit nackten Frauen und allen möglichen anderen Unterhaltungsangeboten (Sex kostet übrigens an manchen Stellen nur 39 € – das habe ich lange nicht gewusst… ganz schön günstig … hätte ich teurer geschätzt). Mh und dann gibt es da noch Mexikaner, ein wirklich genialer Shot, Tomatensaft, Tabasco und ich glaube Wodka ist da drin… das schmeckt echt gut … Aber man muss schon aufpassen auf der Reeperbahn, mit allen Mitteln verführt sie dich zu Abstürzen 😉 günstige Drinks, keine Eintrittspreise, Freigetränke, 2 für 1, Happy Hour, Drogendealer und so weiter und sofort, gut dass ich weiß, wo meine Grenzen sind und ich auch gerne mal weggehe ohne sie auszutesten. Manche Übertreiben es wirklich… also eigentlich ziemlich viele … deshalb muss ich auch sagen, St. Pauli macht bei Nacht auch nur leicht angeschwippst Spaß, oder mit einem Blick für Inspiration durch die menschliche Schwäche …

Dann läuft man an der Davidswache vorbei, der ältesten Polizeiwache der Welt mit den wohl zähsten Polizisten, die Nacht um Nacht das Selbe zu tun haben und spürt den Kult in den Gassen. Die Reeperbahn heißt ja so, weil dort Taue und Seile hergestellt wurden zu Seefahrerzeiten und die Männer, die nach wochenlangem umherreisen auf Hoher See dort ankamen, wollten neben Tauen natürlich auch Alkohol und Frauen. Und mit Alkohol und Frauen kam dann auch irgendwann die Ungerechtigkeit und schließlich eben auch die Polizei. Man sieht einfach wie alt dieses Modell von kurzlebigem Spaß schon ist… Jeder geht hin, hat Spaß und hat am nächsten morgen wohl Höllenqualen, aber statt daraus zu lernen, geht man am nächsten Abend gleich wieder hin. Warum?  Ich weiß es nicht, für mich wäre das kein Erfolgskonzept, aber ich ahne, warum es so viele in den Bann zieht. Käuflicher Spaß in jeder Hinsicht und das solange man will, Probleme sind ja nur die Tage, die Nächte sind ja Höhenflüge