Jahresrückblick 2015

Für mich ist 2015 das Jahr, dem ich die Begriffe Anfang und Ende widmen würde.

Das Jahr begann mit den Schuhen im Schnee stehend, Feuerwerk betrachtend und realisierend, dass nun 1  1/2 Jahre Beziehung vorbei waren… Es war kein Schlag ins Gesicht, es war eher eine schleichende Kälte, die an meinem Herzen ankommend, dieses schockfrostete. Keine Zeit darüber nachzudenken, „denn das Leben geht gnadenlos weiter, auch wenn die Freude daran stirbt“

Vorsätze habe ich mir keine gemacht letztes Jahr … Ich habe immer Ziele und Maßstäbe, dafür brauche ich nicht explizit einen Tag um sie umzusetzen … Wenn ich meine Vorsätze im Nachhinein formulieren müsste würde ich diese 3 Formulieren

“ 1. Mir immer größtmögliche Mühe zu geben um meine Ziele zu erreichen.

  1. Kleine Momente zu feiern wie die Großen
  2. Mir immer treu zubleiben, zu leben und zu lieben, wie ich es für richtig halte. „

Ob ich es eingehalten haben ? Ja – zum Großteil… ich bin nicht perfekt und so überkommt mich auch die Schwäche gelegentlich, den einfachen Weg zu gehen, oder nicht mein ganzes Potenzial auszunutzen ^^ das ist schade, aber ich arbeite dran …
Habe ich die kleinen Momente gefeiert ? fast alle… ich habe nie so oft den Sternen meine Liebe gestanden wie letztes Jahr… oder das Wellenrauschen zu meinem Herzschlag gemacht, den Geruch von gutem Essen, die Melodie eines wundervollen Stücks, das Lösen von Rätseln und Problemen … Würde ich all diese Punkte aufschreiben, hätte einige Ewigkeiten Arbeit …

Und wenn ich dieses Jahr Vorsätze formulieren müsste … es wären die gleichen, nur etwas umgeschrieben

„1. Meine Ziele durchdenken und sie erreichen auch wenn es Opfer erfordert.

  1. Die kleinen Momente zu feiern, wie die Großen und mir meines Glücks öfter bewusst zu sein.
  2. Mir für immer treu zu bleiben, zu leben, zu lieben, zu denken, wie ich es für richtig halte und mein Verhalten und Änderungen begründen zu können.“

Um 2015 zu verstehen müssen wir leider am 28.12.14 anfangen.
Ein stilles unbemerktes Bauchgefühl, das mir erst im Nachhinein bewusst wurde, bewahrheitet sich… Mein Freund verlässt mich…
An was ich mich noch erinnere? “ Gequälter Dialog beim Abendbrot der an den Worten zu ersticken droht, die wir nicht ausgesprochen hatten“ Mein Betteln, Flehen, Weinen und Fragen im ersten Moment wandelt sich zu einer abfallenden Last, die jedoch im Laufe der Tage immer wieder auf meinem Brustkorb liegt und mich erdrücken will… Wir sitzen auf meinem Bett, ich weine und beginne zu lachen … inadäquates Verhalten vermutlich, zu viel für ein Herz … “Du bist zu perfekt und wunderschön, du hast etwas Besseres verdient” ich erwidere ein trockenes „Ich weiß“ – Ich weiß wirklich … ich habe nicht verdient, dass man Sport wichtiger findet als mich, ich habe nicht verdient, dass man mir vorspielt, mir nicht jeden Tag sagt, dass man mich liebt.

Was ich schrieb drückt die Stimmung ganz gut aus:
„Ich will kein Mensch mehr sein, ich will ein Stein sein, oder eine Blüte, die sich neigt im Wind. In diesem emotionalen Körper bin ich so eingeschränkt. Denn dem Erfolg steht ständiges zusammenbrechen im Wege. Ich sollte einfach wieder an dieser Hürde wachsen, um allen zu zeigen, dass ich die Welt sehr wohl im Alleingang zu meinem Nutzen verändern kann.“

Danke. Danke dass mein Kopf in dieser Situation kühl geblieben ist, mein Herz rettete und der Schmerz nach 5 Tagen schon zu Gleichgültigkeit wurde – nie aber zu Hass

Da wären wir auch schon bei der ersten Errungenschaft des Jahres. Ich habe es bis dato noch nie geschafft, einen Menschen der mich verletzt nicht zu hassen.  Mein Exfreund ist der erste, der diesen Luxus genießt ^^ Die Gleichgültigkeit oder das Mitleid ist viel größer geworden, Menschen die mich verletzen werden nur selten gehasst, meist finde ich es traurig, dass manche Menschen so unglaublich eingeschränkt sind, geistig klein und schwach. Manchmal verstehe ich Leute auch, wenn sie mich verletzen… es ist ok… wenn es ihnen das Gefühl gibt weiter zu kommen, dann ist es ok. Ich muss sie nicht hassen dafür, denn sie fallen und scheitern von alleine … Man muss kein Bein stellen, man kann sich zurücklehnen, Chips holen und der Zeit bei ihrem gemeinen Spiel zuschauen … (ok aber die Schadenfreude hat keineswegs abgenommen XD)

Zwei Wochen nach diesem Ende stand die Lebenslust im Raum… Ich will etwas erleben, Ich will stolz auf mich sein, Ich will mich nicht aufhalten lassen.  Ich habe etwas erlebt, bin immer stolz auf mich und lasse mich nicht aufhalten, das Einzige was mich wirklich ärgerte in dieser Zeit waren die Menschen, die mir an den Kopf warfen “ wenn du so gut drauf bist, hast du ihn wohl nicht geliebt“ …

Natürlich habe ich ihn geliebt. Ich bin nur schon über so viele Leichen gegangen, vor so vielen Hürden gestanden, so oft geschunden worden, dass ich rational mit diesen Schmerzen umgehe.  Eine zentrale Fragestellung in jedem Fall ist “ Bringt mich heulen und rumsitzen weiter?“  Ja und Nein. Es ist manchmal schön und wichtig, sich Schwäche zu erlauben, wichtig ist nur, früh genug damit aufzuhören… Was soll ich auch machen, ich könnte manchmal explodieren … soll ich a) jemanden in kleinteile zerhacken oder b) es raus lassen und danach Logik walten lassen?
a) ist nicht erlaubt …
bleibt also nur b)
Später im Jahr wurde mir der Term „kalter Klotz“ zugeordnet… ich kann nicht ganz widersprechen… kalt ~ eher kühl, und klotz… naja so unförmig bin ich auch wieder nicht ^^ Kühle Frau wäre mir also lieber…
Auf alle Fälle können das Andere ruhig als Schwäche von mir sehen, ich selbst finde es klug, einfacher und irgendwo auch stark. Man kann sich für und gegen den Kampf entscheiden, aber sicher gewinnt man mit weniger Dreck, wenn man nicht alles in sein Herz frisst.

Mitte Januar ging ich dann endlich mal wieder richtig auf eine Party … ich lernte einen lieben Freisinger kennen, den ich auch danach noch mal traf, aber mir wurde schnell klar, dass das eher ein Versuch war zu bestätigen, dass ich mehr haben kann, als eine ernste Geschichte …
Trotzdem wuchs ich auch an ihm… auch er war eine starke Persönlichkeit und erzählte mir vom Bärig sein …
ich schrieb es so auf mich um:

„Manchmal stirbt der Bär in mir, aber nie für allzu lange, irgendeine Hoffnung kommt dann schon früher oder später vorbei und sorgt dafür, dass der Bär wieder aufsteht…Für mich kommt aber eine Wölfin eher in frage“

Der Februar lässt sich kurz zusammenfassen:
Ich stelle ich fest, dass mein Exfreund mich ziemlich reif gemacht hat. stärker, klüger, erfahrener … lebenstauglicher ?^^
Ich lerne einen süßen Typen in der Ubahn kennen, habe ihn aber nie wieder getroffen…
und ich hatte einen wundervollen Singelvalentinstag ^^

Im März dann fällt mir auf, dass es auch einen Nachteil gibt, was keinen Liebeskummer haben angeht … Ich kann niemandem Tipps geben… denn ein “ reiß dich zusammen“ oder ein “ lass los“ will in dem Moment keiner hören … das muss von alleine kommen…

Der April ist der Beginn eines wundervollen frühlings, in dem ich viel lernte und feierte … nach 4 Monaten Singel sein hatte ich schon 4 interessante Jungs kennengelernt, man zeigte mir sozusagen, dass es auch seine guten Seiten hat, frei zu sein

Im Mai war die Schule ein wenig stressig, mir fällt jeden Tag auf, wie sinnfrei Kunst und Reli lernen ist … Und schließlich beschließe ich meine sieben Sachen aus meinem Umfeld zu packen und zu gehen – so gut das eben geht … Erst etwas schmerzend, jetzt erleichternd gehen Menschen, die ich jahrelang liebte. Es tut weniger weh, wenn man sie einfach gehen lässt, es ist ok, tut was ihr tun müsst. Ich bekomme auf den entsprechenden Beitrag auch schnell semianonym eine Rechnung, die ich postwenden zurückgebe… Es war schon seltsam, aber irgendwie tat es auch gut, davor, währenddessen und vor allem danach … Irgendwie ahnte ich dann auch, dass dieser Blog doch von mehr mir bekannten Menschen gelesen wird, als mir lieb ist. Aber das ist mir egal, man könnte mich auch einfach fragen ich würde Kritik auch in Gesichter sagen 😉 wie viele es waren ? ich weiß nicht …ein paar… mein momentaner Freundeskreis besteht vielleicht deshalb überwiegend aus Jungs und diese sind überwiegend … nein Alle, Nerds … 😉
Juni
Hin und wieder verbringe ich einen Abend an der Isar mit dem Technikteam … Ahnungen wurden umgeschmissen und bestätigt, Gespräche bereichern und ernüchtern mich … Und dann…
Dann kommt mein Thunny mich besuchen… das erste mal… wir kannten uns schon etwa 3 Jahre und hatten schon einige Stunden geskyped und geschrieben, aber diese erste Umarmung war etwas ganz besonderes … Ich glaube ich würde die Momente dieser Tage definitiv zu den Höhepunkten des Jahres zählen …

Der Juli
beginnt schlecht gelaunt mit dem Entschluss, dass eine Beziehung in dem ganzen Schulstress keine Zeit hat …ich finde diesen … eigentlich traurigen Entschluss immer noch recht sinnvoll… auch wenn ich in diesem Monat eine wundervolle neue Seele kennenlernte, wir hatten viele schöne Dates… Ich werde sie nicht vergessen, ich werde ihn nicht vergessen, es waren einfach allzu tolle Momente…
Das Ende des relativ guten Schuljahres nahte und ich fuhr mit meinem Seminar nach Lissabon… einer zauberhaften Stadt …
ende Juli lernte ich einen richtig lieben Straßenmusikanten kennen, ich traf mich oft mit ihm, aber wir wussten beide nach wenigen Treffen, dass unser Verhältnis keine Beziehung werden kann. Immerhin zog er je nun sogar nach Polen

Anfang August lerne ich einen anderen ziemlich netten Mann kennen … mir wird aber bald klar, dass er ein guter Freund von dem Typen ist, den ich im Juli kennenlernte… Ich dacht mich zwischen ihnen entscheiden zu müssen, so hatte ich auch mit ihm einige wirklich wundervolle und romatische dates und versprach ihnen mich nach dem Urlaub zu entscheiden (ziemlich interessante Logik, aber ich konnte es zu dem Zeitpunkt ganz gut vor mir rechtfertigen … und ich habe ja bei beiden mit offenen Karten gespielt)… Allgemein hat sich mein Dateverhalten ziemlich geändert… Ich habe doch recht regelmäßig solche Treffen, wobei ich von Mal zu Mal ruhiger und gelassener werde… die Furcht die ich früher mal hatte ist weg … es ist nur noch Freude auf ein Abenteuer…

Mitte August treffe Ich Thunny wieder 🙂 Diesmal war es viel vertrauter als beim Ersten mal und neben einem reichlich geschmückten Sternenhimmel existierten­­­­ wundervolle spannungsreiche Momente über die wir noch lange redeten …

Anfang September kam ich aus einem wunderbaren Urlaub zurück.. es war einfach perfekt und ich lernte sogar einen neuen Freund kennen ^^
Doch mit dem Ende des Urlaubs musste ich mein Versprechen “ mich zu entscheiden“  einlösen … für wen sollte ich mich entscheiden… das war die zentrale Frage für viele Tage … und dann war da die Antwort „für keinen“ … wenn ich erst so lange überlegen muss dann kann es wohl keiner gewesen sein … Ich musste in herzzerreißenden Gesprächen also diesen zwei Menschen klar machen, dass ich ihnen dankbar bin für die schöne Zeit und ich keinen von beiden „meinen Freund“ nennen will…
Die Urlaubsfreundschaft versuchte es auch mit einigen Dates, aber irgendetwas *höhö* bewegte mich dazu mich nicht in ihn zu verlieben… aber er ist wenigstens in meiner friendzone erhalten geblieben.
Die Schule begann, mit ihr der Stress…
Immer öfter wird mir klar, welche Menschen in meinem Leben wichtig sind und welche weniger oder überhaupt nicht…
Das Oktoberfest beginnt, ich gehe ein paar mal hin und es ergeben sich einige wunderbare Abende gemütlich schunkelnd mit fremden Leuten ^^
Ich traf zufällig meinen Exfreund wieder … was in mir eine Welle von Erleichterung auslöste, erleichtert, dass ich mich darum nicht mehr kümmern muss, erleichtert, dass ich all die tollen Dates erleben durfte mit all den neuen Eindrücken erleichtert, dass ich mir von keinem Träumer die Zukunft weissagen lassen muss.

Der Oktober ist ziemlich leer, bis auf meinen Geburtstag …Einige Tage verbrachte ich mit dem Nachdenken über sie, ihn, dich, mich, uns … morgen, gestern, heute …
18… lange habe ich mich auch gefragt, was ich an meinem 18. Geburtstag machen sollte und mit wem… ich entschied mich für die wirklich wichtigen Menschen in meinem Leben … und sogar Thunny kam und überraschte mich mit seiner Anwesenheit… es war ein wundervolles Wochenende… nein es waren die schönsten Tage des Jahres 2015 … Danke dir Wölkchen.

Der November begann so wundervoll wie der Oktober geendet hatte, ich wachte neben Thunny auf, aber leider musste ich ihn auch wieder heimgehen lassen…
In der kleinen Klausurenpause der Klausurenphase, entschied ich mich also relativ spontan ihn zu besuchen… manchmal treibt einen das Vermissen dazu sich in einen Zug zu setzten und einfach zu der Person zu fahren, die einem das Vermissen vergessen lässt…

Der Dezember war eigentlich nichts als Schule, außer den Treffen mit einem neuen nerd- Freund… schöne Momente mit viel Lachen und schmunzeln 😉  Weihnachten war wiedermal wundervoll und das Jahr endete mit einer tollen Silvester“party“ … also bis 00:00 war sie toll, dann wurde sie leicht seltsam, aber, mit etwas mehr Sekt sah dann alles schon ganz lustig aus ^^  Und heute, wenn ich zurück denke muss ich über einige Dinge lachen 😉 Vielleicht kommt ja noch ein Beitrag dazu, vielleicht ist er sogar ein Passwort wert *schmunzel*

Ja das Leben war schon mal ruhiger , vielleicht auch schonmal wilder, aber das Schlussfazit sieht so aus: Singel, motiviert, zuversichtlich, abenteuerlich und in Aufbruchsstimmung. Ich freue mich auf Ende und Anfang.

An der Stelle kann man auch gut noch Danke sagen, danke an dich, dass du gegangen bist, danke an dich, dass du mich in Ruhe lässt, danke, für diese wundervollen Dates, mit diesen interessanten Personen, danke, dass du einen Schritt in meine Richtung gemacht hast und meinen Schritt in deine Richtung erwidert hast. Danke, dass du mir Gründe gibst dich nicht zu vermissen. Danke, dass Du mir Gründe gibst dich zu vermissen. Danke für das Lächeln das du mir schenkst 😉
*jaa dich meine ich, genau dich… und dich … und dich da hinten in der Ecke*

 

 

Ich hoffe euer 2015 war auch so fein wie meines 😉

lg,

eure Melli