Halloween

Den Rechten hat meine Schwester gemacht, den Linken ich :)

An Halloween zog ich früher immer um die Häuser, mit all meinen Freunden… wir sammelten so viel Süßes, dass wir irgendwann kaum mehr laufen konnten. Als Gespenster, Hexen und Vampire waren wir verkleidet und da ich an Halloween Geburtstag habe, hatten wir auch einen entsprechenden Vorteil beim Sammeln. Heute ist das nicht mehr so… die Freunde sind zu erwachsen für sowas. Es ist schade zu wissen, dass es vielleicht nie mehr so sein wird, wie früher… und dass mein letzter „sammel Geburtstag“ einer der schlimmsten Tage meines Lebens war… vielleicht bilde ich es mir aber auch nur ein, als Kind wirkt vieles schlimmer als es ist…

Das Gejammer, ich konnte es nicht mehr höhren „Wie du willst noch um die Häuser ziehen, du wirst doch schon 13!“ „Ich will mich nicht verkleiden, dafür bin ich schon zu groß!“
Am Ende habe ich meine Verkleidungsparty doch durchgesetzt… doch man merkte den Freunden ihr unbehagen an, sie ließen sich hinterher ziehen, wie ein Tropfen Honig an einem Löffel.
Sie sagten nicht „Süßes oder Saures“, denn sie sagten lieber nichts… das war das erste Halloween, dass ich allein bestritt…und sollte auch das Letzte sein. Zu dieser Zeit war ich in einen Jungen verknallt, er lebte in unserer Straße und war 2 Jahre älter, ich hatte schon mal bei ihm Tischtennis gespielt, doch mehr ist nie passiert. Sie wollten an seiner Tür klingeln, sie, die genau wussten, dass ich das auf keinen Fall wollte. Kurz zuvor war er an uns vorbei gefahren, auf seinem Rad und war im Schuppen verschwunden. Als sie dann meinen Namen durch die Straße schrien und riefen, dass ich in ihn verliebt war, entschloss ich mich zu gehen. Nachhause zu gehen, bevor die Peinlichkeit in das Unermessliche steigen konnte… Jemand hielt mich fest, ich kann mich nicht mehr erinnern wer es war und das ist auch gut so, denn eigentlich hätte ich nie mehr ein Wort mit ihr wechseln wollen… ich wollte mich losreißen doch zwei Hände zogen mich auf meinem Hosenboden über die Straße, in Richtung seines Hauses. Ich sagte sie sollen mich loslassen, ich schrie sie sollen mich loslassen, ich brüllte es… doch niemand lies mich los… der Rest stand einfach nur blöd rum… irgendwann stiegen mir die Tränen in die Augen, doch niemand sah es und niemanden interessierte es… irgendwann konnte ich mich den müden Griffen entreißen und ich rannte… rannte weg, nach irgendwo, wo niemand meinen Namen wusste… doch ich kam nicht weit, genau zur nächsten Ecke… Eine einzige war mitgerannt, sie hatte bemerkt, dass ich das Spielchen keineswegs gut gefunden hatte. Trost spendete sie mir, bis die anderen kamen, mein Makeup war verwischt, doch niemand fragte nach, alle waren so still wie vorher… wir schlichen Nachhause, dort sahen wir einen Film und schließlich übernachteten meine „Freunde“ bei mir, alles gewickelt in ein Tau aus Totenstille… mein Herz war zerborsten als ich Nachts davon träumte, dass Er mich vielleicht nun als „kleines peinliches Mädchen“ sah… etwas anderes war ich ja nie gewesen, doch man hätte mich dieses Kind noch eine Weile länger bleiben lassen sollen, denn nichts ist schöner, als unbeschwert zu sein.

Natürlich war nicht jedes Halloween schlecht, alle anderen waren eigentlich gut… man sieht an diesem Geburtstag nur mal wieder, dass Freunde, wenn sie erstmal betrunken vom Schwachsinn sind, das tun, was man Freunden eigentlich nie zutrauen würde…
Jetzt ist alles anders. Ich feier zuhause, gehe Essen oder auf Partys…
Nur eines ist gleich geblieben, es gibt jedes Jahr geschnitzte Kürbisse!
liebe Grüße
Melli