Hamburg und die Reeperbahn

So es geht wieder heim. Mit der Chaos-Deutschen Bahn bis nach München habe ich wieder 6 Stunden Zeit und sitze hier auf einem der einzigen 2 unreservierten Sitzplätze des Wagons … Diese blöde Reserviererei… an jedem Platz steht etwas angeschrieben, und die leeren Felder werden mit „ggf. reserviert“ beschriftet … ?! ggf? Wissen die also selber nicht so genau, ob da noch n Wichtigtuer kommt oder nicht ???… Das Internet geht natürlich nicht …

Die Klimaanlage ist auf „froze“ eingestellt und ich verwandle mich langsam aber sicher zu Eis. Ach ich liebe Bahnfahren . . .  Immerhin scheinen meine Sitznachbarn (Ja ich sitze schon wieder am 4er Tisch) normale Menschen zu sein – nur „Gesundheit“ sagen sie nicht. Aber nun zu was Schönerem.
Es war wirklich schön in Hamburg, wir sind mit einem Kanu über die Alster gepaddelt und haben den Abend in der Schanze und auf der Reeperbahn verbracht. Das reißt mich jedes Mal wieder richtig mit. Als Kind dachte ich immer, die Reeperbahn müsste wohl der schlimmste Ort Deutschlands sein, die ganzen Drogenabhängigen, Betrunkenen, der Schmutz, die Prostituierten und Freier. Doch Nachts ist es so viel mehr. So viele gut gelaunte Leute, so viel Miteinander, viel Kult und viele „Legenden“. Das Leben pulsiert hier, jeder hat so seine Sorgen, die er versucht für eine Nacht fortzudrängen und irgendwie geschieht es, dass man auf eigenartige Weise dadurch eine Kiezgemeinschaft wird. Man kann von Club zu Bar zu Bar ziehen und das verruchte im Menschen kennenlernen. Sex Drugs & Rock´n Roll triffts ganz gut. Überall blinken kultige Schaufenster Reklamen mit nackten Frauen und allen möglichen anderen Unterhaltungsangeboten (Sex kostet übrigens an manchen Stellen nur 39 € – das habe ich lange nicht gewusst… ganz schön günstig … hätte ich teurer geschätzt). Mh und dann gibt es da noch Mexikaner, ein wirklich genialer Shot, Tomatensaft, Tabasco und ich glaube Wodka ist da drin… das schmeckt echt gut … Aber man muss schon aufpassen auf der Reeperbahn, mit allen Mitteln verführt sie dich zu Abstürzen 😉 günstige Drinks, keine Eintrittspreise, Freigetränke, 2 für 1, Happy Hour, Drogendealer und so weiter und sofort, gut dass ich weiß, wo meine Grenzen sind und ich auch gerne mal weggehe ohne sie auszutesten. Manche Übertreiben es wirklich… also eigentlich ziemlich viele … deshalb muss ich auch sagen, St. Pauli macht bei Nacht auch nur leicht angeschwippst Spaß, oder mit einem Blick für Inspiration durch die menschliche Schwäche …

Dann läuft man an der Davidswache vorbei, der ältesten Polizeiwache der Welt mit den wohl zähsten Polizisten, die Nacht um Nacht das Selbe zu tun haben und spürt den Kult in den Gassen. Die Reeperbahn heißt ja so, weil dort Taue und Seile hergestellt wurden zu Seefahrerzeiten und die Männer, die nach wochenlangem umherreisen auf Hoher See dort ankamen, wollten neben Tauen natürlich auch Alkohol und Frauen. Und mit Alkohol und Frauen kam dann auch irgendwann die Ungerechtigkeit und schließlich eben auch die Polizei. Man sieht einfach wie alt dieses Modell von kurzlebigem Spaß schon ist… Jeder geht hin, hat Spaß und hat am nächsten morgen wohl Höllenqualen, aber statt daraus zu lernen, geht man am nächsten Abend gleich wieder hin. Warum?  Ich weiß es nicht, für mich wäre das kein Erfolgskonzept, aber ich ahne, warum es so viele in den Bann zieht. Käuflicher Spaß in jeder Hinsicht und das solange man will, Probleme sind ja nur die Tage, die Nächte sind ja Höhenflüge

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3 Gedanken zu “Hamburg und die Reeperbahn

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