China Tag 1 Kulturschockliebe

Ich liebe dieses Gefühl eiskalt ins Gewässer „Kultur einer fremden Welt“ geschmissen zu werden. Das ist Urlaub für mich. Manche Menschen möchten ins Weltall, um mit der außerirdischen Welt Erfahrung zu machen. Allerdings denke ich, dass für die meisten Menschen das Nachbarland schon fast außerirdisch scheint. Eine andere Sprache, gänzlich andere Sitten, die leicht fehlinterpretiert werden können und eine völlig fremde Küche. Wer denkt er habe in Deutschland schon mal Chinesisch gegessen, hat sich wahrscheinlich getäuscht… Diese gebratenen Nudeln im Papkarton gibt es dort nicht und auch Glückskekse sucht man vergebens. Reis ist auch nicht wie zu erwarten in jedem Gericht, es ist sogar unhöflich Reis zum Essen dazu zu essen, oder gar zu bestellen. Die Sprachbarriere ist unerwartet hoch in China, denn nur wenig Leute dort sprechen Englisch und das meist gebrochen. Ich war ja in Peking und Shanghai, also in echten Riesenstädten und sogar da war das Englisch wirklich notdürftig. Um sich die Größe der Stadt Peking besser vorstellen zu können: Etwas weniger als die Hälfte der Schweiz und in diese Fläche ein Viertel der Deutschen Bevölkerung … Falls Wiki Recht hat ist die Besiedelungsdichte bei etwa 1279 Erwachsenen/ km² (Das ist nichtmal so hoch, München kommt auf etwa 1500 Ew./m², ist aber auch nicht annähernd so groß wie die halbe Schweiz)… Deutschlands durchschnittliche Besiedelungsdichte beträgt dagegen nur 226 Ew./km² … Lustig zu sehen, dass im Ländervergleich Deutschland dichter besiedelt ist als China, aber China ist Ja viel größer und in den ländlichen Gegenden wohnen ja auch nur wenig Menschen. Naja ums in Worte zu fassen 21,7 Mio (2015) Menschen wohnen in Peking. Es war also überwältigend den Flughafen zu verlassen, denn auf einmal steht man im dichten Smog, auf hundert Meter Entfernung wirkt alles grau und nach 3-4 Atemzügen ist der Rachen trocken wie ein Staubwedel. Man spürt richtig wie sich der Feinstaub im Hals ablegt … Und dann steht man noch inmitten von 21 Millionen Menschen, die alle rastlos von links nach rechts und von rechts nach links drängen. Allerdings muss ich sagen, in eine U-Bahn wurde ich nie gestopft, man konnte immer gut stehen, besser als in München zur Wiesn Zeit auf jeden Fall. Ich würde nicht sagen, dass es ein Mythos ist, dass die ganze Stadt ein einziges Gedränge ist, wir hatten nur Glück, denn Mitte April ist nicht so viel los, die Temperatur ist angenehm zwischen 20 und 25 Grad und Wind und Regen reinigen etwas die Luft. Wenn man allerdings an Feiertagen in der Stadt ist, muss es die Hölle sein. Die Chinesen arbeiten sehr viel, vor Allem die Städter und so nutzen sie jede Gelegenheit an freien Tagen v.a. Binnentourismus zu betreiben. Ich fand das super, ich finde es nämlich ziemlich nervig Deutsche anzutreffen, wenn ich mir grade China ansehen will… Meist war es eben so, dass die Sehenswürdigkeiten voll mit Chinesen waren… das ist zwar auch nicht so toll, aber Chinesen reisen ja gerne in Reisegruppen und diese Gruppen gehen nur geradeaus durch und schauen sich den Standard an. Weicht man etwas ab vom Hauptstrom hat man tausend Jahre alte Kultur für sich alleine ^^ Und von all diesen Eindrücken hat man, beim ersten betreten des Ortes, schon eine Vorahnung, das ist eben dieser angenehme „ Kulturschock“ ^^
nach einem ganzen Tag Anreise ist man aber auch schon zu geschafft, um einen richtigen Schock zu haben ^^ wir fuhren mit dem super Ubahn System nach Xisi (spricht man überhaupt nicht aus, wie man´s schreibt… die Ticket Frau hatte auch erst mal keine Ahnung, wo wir hin wollten). Hier in Peking holt man sich eine elektronische Karte, auf der das Guthaben drauf ist, das du genau für deine Strecke brauchst. Man zahlt läppische Preise (Im Vgl. zu München) pro Station, legt sie auf die Lesefläche und die Schranke öffnet sich. Beim Aussteigen schiebt man die Karte in den dafür vorgesehenen Schlitz und kann aus dem Bahnhof heraus. Zuvor muss man meist noch sein Gepäck durch den X-Ray Schicken… wobei es nicht den Eindruck gemacht hat, als hätte es irgendjemanden Interessiert was man dabei hat. In Xisi angekommen wanderten wir erstmal durch den kleinen Staubigen Hutong (altes Viertel) Die Menschen fuhren alte klapprige Roller mit Jacken über dem Lenkrad ( Warum auch immer… vllt wegen des Smogs), Stromkabel hingen tief und knisterten bedrohlich. Geschäfte reihten sich aneinander, aber nicht für Touristen sondern normale Bürger, daher war hier alles noch viel billiger als im Rest Pekings. Manche Läden boten Glühbirnen, Kabel, schrauben, Muttern, Toiletten und Waschbecken an. Wieder Andere waren wie winzige Supermärkte ausgestattet. In einem kleinen Gässchen fanden wir unser Hostel. Es war klein und Eng und überall stand Zeug rum. Der Mitarbeiter war super nett und suchte nach unserer Reservierung, bis er uns sagte, dass wir hier falsch seien, es gäbe etwas weiter die Straße entlang ein Hostel mit dem selben Namen … Na sowas zwei gleich benannte Hostels in einer Straße … das würde es in Deutschland echt nicht geben. ^^ Naja unser echtes Hostel war auch schöner. Von Außen unscheinbar in einem alten Haus, aber kaum wurde die Türe zum Grundstück geöffnet, strahlte uns ein süßer, blau gestrichener Hof entgegen, an dessen Rand ein großer Jasmin und etwas weiter ein Flieder blühte. Auch unser Personal war super nett und zeigte uns sogleich unser Zimmer. Es war hübsch, klein aber fein. Ich ließ mich ins Bett fallen. Und brach mir dabei fast das Steißbein… das Bett war wie aus Stein … Ich erfuhr aber, dass das in (nicht Touristischen Gegenden) China normal sei… Naja ich würde es schon überleben, ich musste eh noch etwas, wegen des Jetlags, wachbleiben.
Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten gingen wir auf Essenssuche… Essenssuche im Schriftsalat. Wie gesagt unser Hutong war kaum Touristisch, so war alles nur auf Chinesisch und meist sogar ohne Bild … Irgendwann fanden wir ein Restaurant mit Bildern in der Karte. Alle Läden wirkten etwas runtergekommen (Im Hutong wohnen auch fast nur die gering bis normal Verdiener und Alte), ich erhoffte mir aber eine kochende Oma im Hinterzimmer. Und tatsächlich die Oma zeigte sich. Die Enkel ( glaube ich) nahmen die Bestellung auf und wir mussten nicht lange auf das, nach Bildern ausgesuchte Essen warten. Ich war wirklich Hungrig!

lg. Melli

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