Hölenerlebniss

4.7.16
Ich schlug die Augen auf, sah die weiße Decke über mir, ein Blick nach rechts verriet mir allerdings, dass ich keineswegs Zuhause war. Durchs Fenster sah ich Häuserschluchten und einen gegenüberliegenden Tempel, kein Wunder es war ja auch schon Tag 2 in Kuala Lumpur
13 Stunden Schlaf hatten einen neuen Menschen aus mir gemacht, auch wenn Lennart keinen Wert auf Frühstück legte und ich somit zu kurz kam… Es ging nämlich driekt auf zu den Batu Caves, ein paar Hölen, die eng mit dem Glauben verflochten sind, denn im Inneren der ersten 2 Hölen befanden sich bunte Statuen von Göttern mit kleinen Täfelchen darunter, die beschrieben was dieser Gott gerade Tat und wofür er zuständig ist.  Irgendwie ja schon eine schöne Vorstellung, für mich vor allem weil die Götter sehr fantasievoll und bunt sind, als ob sie aus meinen Träumen gesprungen wären ^^ natürlich glaube ich nicht daran, weder der Glaube an einen noch an mehrere Göttinen und Götter hat sich mir bis jetzt stichhaltig erklärt,aber dennoch beeindruckt mich diese Vielfalt und der Detailreichtum der verehrten Gottheiten. Am Eingang der Batu Caves stehen auch ein paar skulpturen, die bekannteste ist wohl die riesige goldene Statue vor der Haupthöle.In dieser Haupthöle hausen kleine Äffchen und im inneren befindet sich ein Tempel. Eine der Hölen – die „Dark Cave“- hat kaum spirituellen Hintergrund, sie dient eher Wissenschaftlichen Zwecken und dazu dem Menschen das Ökosystem Höle näher zu bringen. Ich fand die Führung ziemlich interessant, da sie wieder einmal zeigte, wie leicht ein Ökosystem aus dem Gleichgewicht geraten kann. Es erinnerte mich etwas an mein Seminar “ Ökosysteme in Gefahr“ in dem ich ja auch meine Seminararbeit schrieb. Es ist schön zu dem theoretischen Wissen irgendwann auch einen praktischen Zusammenhang knüpfen zu können. Neben hängenden, viele tausend Jahre Alter Stalagtiten und stehenden Stalagniten wurden uns auch einige Hölenspinnen, Tausendfüßler und anderes Kriechtier gezeigt. Mit Taschenlampen und Helm tasteten wir uns vor in die Höle und schalteten immer wieder das Licht aus, bis wir an einen Ort kamen, der völlig dunkel war wenn man die Taschenlampen ausschaltete. Eine so intensive Dunkelheit hatte ich vorher noch nie gesehen -oder besser – Gespürt. Es war still, die Dunkelheit drang in jede Pore und auch wenn man die Augen anstrengte sah man nichts. Als Stadtkind kennt man das nicht, sogar wenn man die Jalousie herunter lässt wird es nie auch nur annähernd so dunkel sein wie dort. Ich erinnerte mich an die Worte Dr. Abdoul Nachtigallers ( fantasie Edytee von Walter Moers), der eine Dunkelkammer baute um Wissen besser aufnehmen zu können “ Wissen ist Nacht“ …
Und wie wir ja tatsächlich wissen ist “ Wissen […] Macht“. Also muss Macht ja auch irgendwie Nacht und Dunkelheit sein… und genau so fühlte es sich an, wenn man die Dunkelheit einfach zuließ, sie nicht fürchtete, sondern versucht eins mit ihr zu sein. Wenn man mit der Dunkelheit verschmilzt, dann fühlt man sich wahrlich bereichert mit einem neuen Gefühl, das ich gerade beim schreiben in der Sonne wieder fühle *.* … Irgendwann gingen wir allerdings weiter durch einen Windigen Tunnel, obwohl die Höle davor und danach fast gänzlich Windstill gewesen waren … Noch etwas Weiter sah man einen Wunderschönen Sonnenstrahl mit wenigen seiner Schwestern in die Höle fallen. Sie Zeichneten Farbe in die sonst graue Höle und stand man darunter merkte man, dass man das Sonnenlicht doch etwas vermisst hatte…

Fast so, wie ich das Bloggen vermisst habe …
Bis dann,
Melli

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