Nach dem Abi

In 2 Wochen ist es vorbei.

Komisches Gefühl …

Hatte ich vor 2 Jahren noch gedacht, wenn das vorbei ist bin ich der glücklichste Mensch auf Erden… Jetzt denke ich ‚ Wenn das vorbei ist bin ich der verwirrteste und verplanteste Mensch auf Erden’… Das ist nicht gut… das ist gar nicht gut, weil ich das nicht kann.
Ich kann nicht ‚einfach mal machen‘. Ich kann nicht ‚ alles auf mich zukommen lassen‘.
Ich kann mich andererseits aber auch nicht festlegen. Was soll es denn jetzt sein nächstes Jahr? Studium ? Ausbildung ? 2-3 Jahre – das ist lang… für mich zumindest … FSJ? Ist das verlorene Zeit?
Was dann ? Das ist die Frage die mich einfach nicht los lässt
Ich will das nicht so unsortiert.
Das ist eigentlich nicht gerade nachvollziehbar für einen Großteil…
Wieso denn nicht?

Wochen lang schlafen bis man wach wird weil man nicht mehr müde ist.
Feiern bis man nicht mehr stehen kann.
Wach bleiben bis die Vögel zwitschern.
In den Tag hineinleben.
Spontan sein.
Nichts tun.

… Warum nicht?
Ich werde das alles sicherlich tun. … aber nicht ewig, ich werde es die ersten Wochen bestimmt krachen lassen… aber ich werde das Gefühl nicht los, das ständig in meinem Hinterkopf sitzt und sagt “ und jetzt? Was jetzt? Bleibst du jetzt in diesem uneffektiven Stadium? Hast du dein Ziel etwa aus dem Auge verloren, oder warum sitzt du noch so dumm rum? “

Ich kann das nicht, nicht ans morgen zu denken. es fällt mir schon schwer an das Übermorgen nicht zu denken.
Es gibt einen Plan einen Masterplan.
Bzw. es hat einen Masterplan zu geben. Es gab immer einen.
Doch wie der Mayakalender endet er… und zwar in 2 Wochen
.

Verdammt.
Apokalypse ? So wie 2012 angesagt nach dem Ende des Mayakalenders… ?

Ich glaube ich hatte noch nie vor etwas Angst, weil ich immer einen Plan hatte… Und jetzt entlässt man mich in dieses Sodom und Gomorra, ganz ohne Orientierung.  Ich weiß nicht ob ich das jetzt Angst nennen würde was ich spüre… es ist unangenehm. Aber Angst ist wohl ein zu großes Wort dafür.

Das Beste ist wohl, dass mir dadurch erst die Differenzen in meinem Kopf klar werden.
Das Motto meines Blogs lautet:
Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle.-Albert Einstein

Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle.-Albert Einstein

Was ist damit? Habe ich das vergessen?
Das ist nicht nur daher gesagt, das ist mein Motto (oder eines meiner Mott(?)os)
… Und ich meine das ernst… ich liebe es, das Kribbeln im Bauch, wenn du nicht weißt was passieren wird…
Hier habe ich nun einen so große Ladung ungewiss vor mir, dass ich nicht weiß wo ich anfangen soll …

“ Schau über den Tellerrand hinaus“

sagte er…
Ich schaue über den Tellerrand hinaus! Ein bisschen vielleicht. Philosophisch bestimmt… aber was mich selbst angeht vergesse ich immer wieder wo der Teller überhaupt steht, über dessen Rand ich schauen soll.

Und jetzt ?
AAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHH
Ich weiß es nicht.

“ Ich weiß dass du es schaffst“
– Das muss man mir noch sagen? Ich war und bin immer sehr überzeugt von mir… das ist irgendwie auch unverzichtbar, denn es wäre ja nicht auszuhalten wenn ich hier Planlos und selbstzweifelnd rumschreiben würde… dann wäre ich schon lange implodiert…
Ich weiß dass ich das schaffe
“ Ich weiß – mir bleibt ja auch nichts anderes über“
Aber ich weiß ehrlichgesagt noch nicht wie.

Obwohl.
Langsam entwickelt sich aus einem Samen der Idee ein kleines Pflänzchen.

Die Idee die ich jetzt gerade habe ist einfach meinen Alltag nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Ich baue einfach ein neues Gerüst Drumherum. Etwas Routine.
Vielleicht lege ich eine Liste an, was für Dinge ich schon lange tun wollte, wenn ich mal Zeit habe…
Auf alle Fälle brauche ich aber etwas, das jede Woche oder jeden Tag gleich abläuft.

Erster Gedanke ist ein Sport.
Bis mir was Besseres einfällt werde ich wohl Laufen gehen. Vielleicht einfach direkt alle zwei Tage, wenn ich Spaß dran habe…

Zweiter Gedanke ist das Zeichnen.
Ich vermisse es sehr. Es nimmt nur einfach zu viel Zeit in Anspruch. Ich krizzel selten irgendwas irgendwo hin, ich nehme mir eher Zeit, oft mehrere Wochen für ein Bild. Und die Zeit hatte ich jetzt fast 1,5 Jahre nicht mehr. Ich hatte nur selten Zeit und Muse zur gleichen Zeit… Und die Muse darf man nicht unterschätzen… Wenn sie fehlt zeichne ich wie ein dreijähriges Kind… einfach weil meine Linien nicht wissen was sie machen und aus dieser Unwissenheit nicht Kreativität wird sondern Wirrwarr.

Dritter Gedanke ist das Bloggen.
Ich spüre immer wenn ich schreibe den Grund warum ich hier bin … Ich bin hier, weil ich durch das aufschreiben meiner Gedanken mir eine große Last von der Seele schreibe, oder ein großes Glück teile. Auch wenn ich es in letzter Zeit wegen mangelnder Anonymität schwierig fand zu sortieren welche Gedanken hier her gehören und welche nicht. Ich habe mich fast immer für das Veröffentlichen entschieden. Einerseits weil es mir bei einem großen Teil der Leute egal ist, wenn sie mich durch meine Texte so kennenlernen wie ich zu einem großen Teil wirklich bin. Andererseits, weil es sogar ok ist wenn Leute die mich nicht mögen, oder die ich nicht mag meine kleinen Zweifel lesen. Es ist ok, weil ich weiß, dass auch diese Leute zweifeln und die meisten von ihnen mehr als ich.

Ich werde allerdings einen flexiblen Plan erstellen. bestimmt kein “ Jeden Montag um 18:20 gehe ich laufen und direkt danach blogge ich“
Sondern eher einen Pool an täglich auswählbaren Dingen die mir einen Rahmen geben.

Und abrundend fällt mir wieder auf, dass es tatsächlich stimmt. Jedes Wort, das ich schreibe ist nicht mehr in meinem Kopf. Es ist, als hätte ich es rausgeschrien und im selben Moment akzeptiert und hingenommen.
Und dass das Schreiben ein Prozess ist i wohl das Beste daran. Hatte ich zu Beginn des Textes noch keinen Plan, habe ich knappe 1000 Wörter später immerhin schon ein Gerüst, das in der Sekunde des Tippens erst entwickelt wurde.
Fast immer fange ich einen Text an mit einem Satz oder einem Thema das mir am Herzen liegt. Und fast nie weiß ich vorher was ich schrieben will. Meine Verständin diktiert ganz spontan und das Ergebnis macht mich zufrieden.
– Wie im Mayakalender wohl auch wird die Welt nicht untergehen, auch wenn es zuvor so scheint –

1036 Wörter, Zeit sortiert ans Geschichte lernen zu gehen ;*
Bis bald,
eure halb planlose
Melli

 

 

 

Advertisements

7 Gedanken zu “Nach dem Abi

  1. Ich kann dieses Gefühl nachvollziehen. Die Schule gab Routine – selbst in den Ferien, weil sie hat die freie Zeit bestimmt hat. Die Routine, die ich mir in Form eines Studiums oder einer Ausbildung zulegen werde, wird mein Leben für eine sehr, sehr lange Zeit bestimmen. Da gibt es dann kein jährliches ich-bin-wieder-einen-Jahrgang-weiter mehr. Vielleicht ist es die Stagnation, vor der wir Angst haben?
    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Geschichte und beim Planen für die nächste Zeit! 🍀

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s