Realität oder Traum – Das Morgendilemma

Ich bin schon eine weile wach.
Trotzdem frage ich mich diese Fragen.
War ich gestern Nacht eigentlich tatsächlich im Regen auf der Straße gestanden?
Hatte ich ihm tatsächlich eine gescheuert ?
Habe ich mir das blaue Kleid mit den Blüten drauf gekauft ? Hatte ich es selbst genäht ?

  1. Vermutlich eher nicht – es liegen keine nassen Klamotten rum
  2. Nein habe ich nicht – er hat mir keine empörte Nachricht geschrieben
  3. hmh Ich sehe mal nach – selbst genäht bestimmt nicht, ich kann nicht nähen …

Das sind Fragen, die sich TräumerInnen wie ich oft fragen.
Die meisten meiner Träume sind so real, dass ich teilweise einen Nachmittag verstreichen lassen muss um genug Beweise gefunden zuhaben festzustellen ob etwas Realität oder Traum war.
Manchmal ist es leicht die Tatsachen voneinander zu unterscheiden, auch wenn ich mir die Fragen nach Traum oder Realität oft erst mitten im Tag stelle, nicht wenn ich gerade noch im Bett liege – dann wäre es ja ein Kinderspiel – die letzten 8 Stunden seit dem Moment des Aufwachens waren Illusion.
Stelle ich mir diese Frage jedoch erst am frühen Nachmittag wird es kompliziert. Vielleicht hatte ich das ganze ja Gestern erlebt, oder Vorgestern oder letzte Woche… oder oder oder … Oft vermischen sich in meinen Träumen auch Erinnerungen mit Visionen, leicht festzustellen, dass die Einhörner und sprechenden Blümchen am Schokoladensee nicht wahr waren… aber was ist mit dem Fetzen nach dem Skipp ? Der Fetzen in dem ich mit meinen neuen Schuhen in eine Pfütze gestiegen war ? Sind meine Schuhe tatsächlich ruiniert ? Manchmal mache ich es mir leicht und sehe einfach nach, wenn ich am Schuhregal vorbei gehe… manchmal bin ich überrascht und enttäuscht, denn ich hätte schwören können die Seidenbluse gekauft zu haben, die ein solches Schnäppchen gewesen war.
In der Nacht von Sonntag auf Montag war ich im 2. Weltkrieg.
Ich brauche keinen Moment um festzustellen, dass das nur ein Traum – basierend auf meinen Lernexzessen – war.
Heute Nacht habe ich bei einem Freund übernachtet.
Der Morgen war verwirrend.
Ich sah ihn an und fragte mich ob er die Fetzen in meinem Kopf wirklich ausgesprochen hatte, oder ob ich sie mir gewünscht hatte oder gar befürchtet.
Ich kann Menschen dann natürlich auch schlecht fragen ob sie das gesagt haben, denn das versteht man nur wenn man mal einen Tag und die folgende Nacht in meinem Kopf verbracht hat. Tagsüber wird sortiert und geordnet, Nachts herrscht das Chaos – kunterbuntes Erleben in 8 K Auflösung, 7.1 Surround Sound, inklusive Gerüchen, Berührungen, Schmerzen, Emotionen. Ich würde fast sagen, dass meine Träume höher auflösend sind als meine Realität, denn ich habe die Möglichkeit vor und zurück zu hopsen in meinem Traum, Perspektiven zu wechseln, Rollen zu tauschen, die Kontrolle zu übernehmen, den Verbrecher in die Flucht zu schlagen, Ausgänge der Realität zu Testen. Manchmal verliere ich gegen das Böse um im nächsten Moment 5 Minuten zurückzuspulen und es zu besiegen -nur um zu wissen, wie sich beides anfühlt.
Aber Gott sei dank sind die Mehrzahl meiner Träume gut, sodass ich nur Kleinigkeiten in Duftnote und Geschmack ändere, meine Antworten genauer durchdenke und Reaktionen Wiederholt abspiele.

Du musst das nicht verstehen 🙂
Ich kenne das schon immer so. Ich habe als Kind jede Nacht geträumt und mich eben diese Fragen nach Realität oder Illusion gestellt und so tue ich es heute noch. Nicht jede Nacht. Manchmal schlafe ich tatsächlich.
Vielleicht ist es zusätzliche Verwirrung, die manch einer als Ballast sehen würde. Ich mag das. Ich liebe es Abends schlafen zu gehen, in den Katakomben meiner Hirnrinde nach einer vollen Schublade zu suchen und mir einen kurzen Moment auszusuchen, was ich heute Nacht erlebe. Wie wäre es mit einem Ausritt auf einem riesigen Hund. Oder etwas realistischer ? Vielleicht lieber ein romantisches Date bei Sonnenuntergang am See ? Wie weit wird der Traum gehen ? Theoretisch sind mir keine Grenzen gesetzt und das ist das Schöne. Ich kann ohne Fallschirm von einem nichtexistenten Wolkenkratzer springen und unten einfach durch den Boden durch Fallen um auf der anderen Seite der Welt kopfüber wieder rauszukommen. Man muss es sich nur trauen. Dadurch, dass alles so realistisch aufgebaut ist, muss man auch den Mut aufbringen zu springen, zu sprechen, zu kämpfen, zu lieben, zu schreien – was wenn es kein Traum ist ? Komme ich dann unten auf und zerplatze wie eine Wasserbombe ?

Drogen müssen von Träumern erfunden worden sein … Irgendjemand wollte diese Verrückte Welt in eine Tablette packen und sie für Jedermann zugänglich machen. Aber der Preis ist hoch – er frisst die Realität.

Wie optimal, dass ich dafür nichtmal einen Tropfen Alkohol brauche. Ohne funktioniert es sogar besser, die Szenen sind viel zu schnell aneinander gereiht wenn man betrunken ist … und am nächsten Morgen ist das Morgendilemma oft unentwirrbar – zunächst.

Wenn ich also schöne Träume wünsche, dann wisst Ihr was ich meine, ich weiß wovon ich rede.

Eure Träumerin

Melli ;P

Advertisements

6 Gedanken zu “Realität oder Traum – Das Morgendilemma

  1. meine träume sind zu primitiv als das ich sie erläutern könnte
    ich bin ein einfacher wolf
    ich find den neuen bmw m2 240 ganz gut der bringt 4,5 sekunden auf hundert
    is aber erst im juli zu kaufen auch als cabrio
    dann träum ich das der bvb meister wird vor die bayern
    dann will ich die europameisterschaft für deutschland
    dann muss imma alesia siegreich sein
    dann träum ich noch vom guten essen
    und ein gefülltes bankkonto

    unser druide sacht letzteres is von grösster wichtichkeit

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s