Verständin (w)

Ich beginne nun wieder mit dem Lernen, denn die mündlichen Prüfungen sollte ich nicht unterschätzen.
Wahrscheinlich werde ich dennoch weiter Bloggen ich habe sonst das Gefühl, dass mein Verstand mir den Kopf platzen lässt. Das nicht, weil ich davon so viel mehr habe als ich mir wünsche, sondern eher weil er meint laut schreien zu müssen. Mein Verstand war immer schon laut. Aber nicht so kreischend laut wie momentan. Ich bin froh, dass ich ihn habe, allerdings war er zum Lernen auf die schriftlichen Abiprüfungen eher lästig… Mein Verstand war der Meinung, es sei nicht gesund den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen und zu lernen. Da hatte er recht. Sowohl körperlich, als auch geistig habe ich mich doch etwas verloren. … Aber das war eine einmalige Chance, in die sich mein Verstand  nicht einmischen hätte sollen… ich fühlte mich leider gezwungen ihm einen Vogelkäfig zu kaufen und ihn hineinzusetzen, um ihn nur noch in der Ferne zwitschern zu hören.
Nun am Wochenende hatte ich ja Zeit für mich… Ich habe ihn freigelassen. Ich musste, sonst wäre er wohl dahinkrepiert. Naja und jetzt hackt er mit seinem Schnabel auf meinem Kopf rum und fragt Fragen, die ich nicht beantworten kann, Fragen deren Antworten nur die Zukunft kennt… Fragen die mich teilweise verunsichern, Fragen die mich wütend machen … Fragen die zum schwärmen anregen, Fragen in die ich mich verliebe. Es ist schön sie zu haben. Man hat immer etwas zu tun mit ihr. Manchmal erzählt sie mir Märchen, oder ich lasse mich von philosophischem weit hergeholtem Schafgeblöke berieseln. Wenn ich mit den Nerven am Ende bin, dann ist sie oft daran schuld. Aber sie ist es auch, die mich nicht im Stich lassen kann. Kann nicht, weil sie ohne mich nicht existiert. Immerhin wohnt sie in meinem Kopf und wo soll sie auch hin wenn nicht da hin.
Natürlich ist mein Verstand eine Frau.
Das macht die Sache ja manchmal so kompliziert.
Wäre mein Verstand ein Mann, dann ich weiß nicht, vermutlich könnte ich dann ein paar schmutzige Filmchen zur Beruhigung schauen.
Aber so ein weiblicher Verstand ist da etwas anders.
Sie will gehört werden, dafür gelobt werden, dass sie dir grade den Kragen gerettet hat, sie WILL ein neues paar Schuhe auch wenn mein Verstand ja gar keine Füße hat.
Wahrscheinlich denkt sie sich, die Schuhe sähen gut an den Füßen ihres Hauses aus.
Manchmal wüsste ich gerne ihr Geheimnis, würde gerne in ihren Kopf schauen können, aber das ist nunmal eine Utopie.

Und dann geht sie ein wenig spazieren in meinem Kopf, sammelt ein paar Staubflusen, zerbrochene Krüge, Gebeine, Fotos und Puzzleteile auf, bringt sie in die Kisten in die die jeweiligen Gegenstände gehören und wenn sie damit fertig ist, geht sie zu ihrer Lieblingsschublade. Ich kann euch nicht sagen, was darin ist. Ihr Inhalt ist täglich neu. Vielleicht hat er recht wenn er schreibt „Das einzig konstante im Leben ist die Veränderung“.

Vielleicht täuscht er sich aber auch.  Man weiß es nicht. Auf jeden Fall ist der momentane Beschluss, es so zu sehen. Es so zu sehen, dass die Welt sich eben jeden Tag dreht. Vielleicht wird man nur schlau daraus, wenn man es auf sich zukommen lässt, wenn man Veränderung hinnimmt. Im Endeffekt bleibt mir eh nichts übrig. Denn die Veränderung kommt so oder so, ob ich sie nun freudig erwarte oder sie fürchte spielt dabei keine Rolle. Vielleicht bade ich morgen in Eis. Vielleicht gehe ich morgen raus und meditiere in der Zeit, die ich nicht habe.
Vielleicht lasse ich mich morgen auch einfach stündlich neu inspirieren.
Mein Verstand fragt gerade wer das hier eigentlich liest, letztlich ist es nichts weiter als ein niedergeschriebener dialogisierter Monolog meiner Verständin und ihrer Akteurin. Oder vielleicht sogar ein echter unausgesprochener Dialog …

Und das ganze Denken kommt davon, dass ich Zeit habe. Ich denke, wenn ich erstmal wieder länger Zeit hatte, dann schreit  meine Verständin mich auch nicht mehr so an, sondern redet in einem normalen Ton mit mir.

So

Das wars.
Abruptes Ende ich weiß.
Aber ich bin ja mit dem Denken auch noch nicht fertig.
Nicht, dass ich jetzt jeden Tag über meinen Kopf schreiben werde,
Nein,
aber denken kann man unendlich weit und deshalb hab ich auch noch viel vor mir.
Ich hab (manche von) euch lieb
(manche kenn ich auch einfach nicht und hab sie genau deshalb lieb XD)
Und dich ganz besonders.
Das weißt du sowieso. Und auch wenn sich alles ändert.
Ich denke, dass ich dich immer lieb haben werde.
Du bist nicht nur Mitmensch,
Du bist auch Mitverstand (m).
Manchmal höre ich dich.
Weisheiten brabbeln.
Eure
Melli ;*

 

Advertisements

4 Gedanken zu “Verständin (w)

  1. Nichts ist so schlimm als das es nicht noch schlimmer kommen könnte 😉
    In dem Sinne… Mach dich nicht verrückt. du bist auf einem guten Weg. Du packst das. Das weiß ich blind.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s