Epochen – Barock

Kurzüberblick:

  • Barock (  1600 – 1720)
    • Basissatz
    • Grundsätzliches
    • Menschenbild
    • Literarisches Leben
    • Sprache, Stil, Themen, Formen
    • Textbeispiel

Der Barock  1600 – 1720

Etymologisch gesehen bedeutet Barock  „unregelmäßige Perle“ was wohl ganz gut zutrifft auf die ungewaschenen Damen und Herren in den feinen Beinkleidern.
Grundsätzlich dreht sich der Barock um die gottgegebene Ordnung, jeder Mensch ist Teil Gottes Schöpfungsplans. Repräsentiert wird dieser Gott durch einen Absolutistischen Herrscher. Die Bevölkerung glaubt großteils an den Dualismus von Diesseits und Jenseits wobei die Furcht vor dem Tod allgegenwärtig durch die Motive „Momento Mori“ ( Gedenke des Todes) und „Carpe Diem“ (Nutze den Tag) verdeutlicht werden.

Grundsätzliches, Menschenbild:
Das Bild der Natur ist ein Ausdruck des Göttlichen, so ist die Schönheit dieser durch Gottes Hand erschaffen worden. Ebenso die Ständegesellschaft, gegen seinen Stand hatte man sich aus furcht, Gott erzürnen zu können nicht aufgelehnt, auch wenn v.a. die unteren Stände durch Armut und Krankheit geplagt waren.
das zentrale Erignis um den barock ist wohl der 30 Jährige Krieg von 1618 bis 1648 dadieser Sehr verherende Folgen für die Bevölkerung, Handel, Wirtschaft und Kultur hatte.

Zu dieser Zeit wurde Gallilei übrigens tatsächlich Verurteilt wegen seiner wissenschaftlichen Forschungserfolge. Auf diesem Geschehen basiert später das „epische“ Theater Bertolt Brecht’s “ Leben des Galilei“ ( etwa 300 Jahre später).

Doch nicht nur der 30 Jährige Krieg sondern auch der Prunk an den Höfen führten zu Verarmung weiter Landstriche – die Schere zwischen Arm und Reich wurde unvorstellbar groß. Diesen Leiderfahrungen gegenüber steht die Gier nach Leben und Genuss, die bei wenigen auch in Wissbegierde umschlägt (Kopernikus, Newton, Galilei). Diese Vorreiter in der Wissenschaft lösten auch langsam das Volk vom exzessiven christlichen Glauben und dessen erklärzusammenhänge.

Das Literarische leben war hauptsächlich durch den Adel geprägt wobei sich im Laufe der Zeit die Deutsche Sprache etablierte und sich gegnüber der lateinischen Sprache durchsetzte wodurch das Dichten nach und nach auch als „erlernbar“ angesehen wurde also nicht mehr ausschließlich Gott gegebenes Adelsgut.
Sprache und Stil:
Im Barock wurde die Qualität eines Werkes nach seiner Regelkonformität beurteilt, um so genauer man sich also an Grundrisse hielt, desto höher war es angesehen.

Ich denke das ist auch der Grund, warum mann 80 Jahre in eine einzige Epoche fassen kann, nicht so wie in späteren Epochen, so es teils überschneidungen innerhalb von nur 20 jahren gibt.

Die meisten Werke dieser Zeit beinhalten auch keine persönliche Note sondern eher einen Allgemeingültigkeitsanspruch.

 

Bsp.: „Einsamkeit“ ~Andreas Gryphius 1658

01 In dieser Einsamkeit, der mehr denn öden Wüsten,
02 Gestreckt auf wildes Kraut, an die bemooste See:
03 Beschau ich jenes Tal und dieser Felsen Höh‘,
04 Auf welchem Eulen nur und stille Vögel nisten.

 

05 Hier, fern von dem Palast; weit von des Pöbels Lüsten,
06 Betracht‘ ich: wie der Mensch in Eitelkeit vergeh‘,
07 Wie, auf nicht festem Grund all unser Hoffen steh‘,
08 Wie die vor Abend schmähn, die vor dem Tag uns grüßten.

 

09 Die Höll‘, der rauhe Wald, der Totenkopf, der Stein,
10 Den auch die Zeit auffrisst, die abgezehrten Bein‘
11 Entwerfen in dem Mut unzählige Gedanken.

 

12 Der Mauern alter Graus, dies unbebaute Land
13 Ist schön und fruchtbar mir, der eigentlich erkannt,
14 dass alles, ohn‘ ein‘ Geist, den Gott selbst hält, muss wanken.

 

Ich werde Jetzt keine Gedichtanalyse verfassen, da meine Gedichtanalysen in Handschriftlicher Form üblicher weise 20 Seiten haben und mit 3 h Zeit kosten ;P  Wobei ich für Fragen offen bin, da ich Gedichte eigentlich meist ganzgut verstehe 😉

Um dieses Gedicht aber einmal kurz zusammen zu fassen:

 

Der Erste Absatz beschreibt auf den ersten Blick die Landschaft einer ländlichen Gegend die ( 1658 nur 10 Jahre nach dem Krieg) vielleicht immer noch unter den Folgen des Krieges leidet.
doch sowohl die Nachtaktiven oder Tags stillen Vögel, als auch diese Karge Landschaft, lassen sich auch auf den Vorgang in den Köpfen der Menschen übertragen.

 

Es Folgt eine Beschreibung der Bevölkerung der damaligen Zeit. Das lyrische Ich erzählt, dass es weit weg vom Palast und dem Lüsternen Pöbel ist, also an einem ländlichen Ort, wo die Menschen sich Eitelkeit nicht leisten können, da ihnen nicht einmal der eigene Grund gehört ( s. Ständegesellschaft)
„des Pöbels Lüsten“ Ist übrigens durchaus negativ zu bewerten, als Kritik am „Carpe Diem“ – der Gier nach Leben und Genuss.

 

Die dritte Strophe ist vielseitig Interpretierbar, z.B. mit der Beschriebung armer Menschen und derer Gedanken.

 

Die vierte Strophe, erfordert meines Achtens einen Genaueren Blick, deshalb lehne ich mich auhc nicht zu weit aus dem fenster, es könnte aber ein Gefühl des von Gott verlassen seins sein, ohne aber den Glauben an ihn verloren zu haben.

 

 

 

Ich hoffe ich konnte einen guten Überblick über die Epoche des Barock erstellen.
lg
Melli

 

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