Vom Fotoshooting zu den Strenschnuppen

Hochkonzentrierte Dunkelheit strömte durch miene Hirnwindungen, wie gefilterte Weltallschwärze. Irgendwo links neben uns musste ein Feld verlaufen, denn ich konnte seine Umrisse erahnen. Die Luft war schwer und kühl geworden, ein Kleid zu tragen war nicht die beste Idee gewesen, dennoch versuchte ich mich auf die Restwärme in der Luft zu konzentrieren.

„Wenn du die Kälte zulässt und dir sagst sie ist keine, ist sie nicht mehr kalt“

Er hatte recht, doch trotz ewigen Übens gelang es mir immer nur wenige Minuten mich warm zu fühlen. …

Die Wiese auf die wir uns nach kurzem Marschieren legten, war kühl und etwas feucht, unsere Schultern berührten sich, ich begann zu zittern, als hätte ich einen Teil der erdachten Wärme abgegeben.
„Wenn du eine Sternschnuppe siehst, was wünschst du dir dann?“

Ich runzelte meine Stirn, mein Mund verzog sich zu einem verhaltenen Lächeln.

„Ich wünsche mir, dass du mich auf der Stelle küsst“ Die Worte die er wohl gerne gehört hätte, hielt ich zurück, aus Anstand, aus Wissen, dass das vielleicht gar nicht mein Wunsch war.

„Das werde ich dir nicht sagen, sonst  geht es nicht in Erfüllung, das weiß doch jedes Kind“

“ Die Frage ist, ob er sich auch erfüllt, wenn du es mir nicht sagst“

“ Ich bin mir ganz sicher, das tut er“

Er hatte wohl gedacht, er wisse, was ich mir wünsche, das konnte aber nicht sein, denn zu diesem Zeitpunkt wusste ich es selbst noch nicht.

“ War das eine?“
Fragte er und Blickte mir tief in die Augen

“ Nö, nicht bestätigt, ich habe sie nicht gesehen“

“ hm …. ich frag mich dauernd ob das welche sind … oder nicht“

“ Kennst du das, wenn du mit Tusche malst und erst dick aufdrückst und dann die Feder entspannst beim Zeichnen eines Strichs… dann entsteht eine Sternschnuppe auf dem Blatt…“ Sagte ich und zeichnete in meinem Geiste einen Sternschnuppenhimmel

“ Aber das war jetzt eine !“

“ Ich glaube sch…“

Weiter kam ich nicht mit meinem Satz, ich wurde unvereiwillig, auf schöne Weise, zum Schweigen gebracht. Vorsichtig hatte er sich zu mir herübergebeugt und schon bevor sich unsere Lippen berührten schloss ich die Augen. Ich spürte die Wärme, die von seinem Gesicht ausging und den Herzschlag, der die Luft kaum merklich in Schwingung versetzte. Die Luft, die ruhig durch seine Nase strömte erzeugte kleine Luftwirbel an meiner Wange, die fast gierig nach der ausgeatmeten Wärme schien. Zwei Tropfen warme Schokolade, die direkt übereinander flossen zeichneten sich in meinen Gedanken ab, als der Kuss zum Sprung ansetzte.
Insoferne in Kuss inovativ sein kann, war er es. Zärtlich, unbekannt, fordernd, aufreizend, alles in einem Atemzug. Ich öffnete einen Moment meine Augen, sah vorbei an seinen Haaren und jagte mit meinem Blick einer Sternschnuppe nach. Blitzartig bewegte ich meine Kopf dem Leuchtbogen hinterher, sodass er ins Leere küsste.

„DA, DA WAR EINE“

„WIRKLICH ?“

Er nahm mich in den Arm und ich legte meinen Kopf auf seine Brust.
Noch lange lagen wir da, sahen noch einige wunderschöne verbrennende Teile des 109P/Swift-Tuttle und wünschten Wünsche an Kometenfeen, die in meinen Träumen existieren und all die Wünsche Sortieren  in verschiedene Kategorien::

Mal schauen Blödsinn Materiell Postmateriell Weltfrieden

Für meinen Wunsch hätten sie eine neue Kategorie gebraucht… doch welche, das ist noch geheim, bis es sich erfüllt 🙂

lg

Melli

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11 Gedanken zu “Vom Fotoshooting zu den Strenschnuppen

  1. hochkonzentrierte dunkelheit hatt ich auch öfter
    mehr als mich lieb wa
    bei gewissen prüfungen

    ansonsten kann ich zu deinen einlassungen nichts beitragen
    das sind eben die hormone in deinem alter
    da kann man nix machen

    Gefällt mir

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